Skandiavienlauf

3000 Kilometer durch Nordeuropa

Christian Sörensen berichtet nach seinem Abenteuer über die Erlebnisse

28.07.01 (cs) Die Idee: Anfang diesen Jahres stand mal wieder die Frage an, welcher außergewöhnlichen Laufveranstaltung ich denn heuer beiwohnen sollte. Nach dem 2000er Strandmarathon in Dänemark sollte es dieses Jahr ein wenig weiter gen Norden gehen: ich wollte endlich einmal Norwegen sehen. Warum also nicht am Midnight Sun Marathon in Tromsø (Nordnorwegen) teilnehmen? 

Da man aber Land und Leute nicht hinreichend kennen lernen kann, wenn man per Flugzeug an- und abreist, ward die Idee geboren, meine sieben Sachen zu packen und mich per pedes auf den Weg zu machen. So einfach die Vorstellung – die Umsetzung blieb dann wieder ein anderes Thema, dessen ich mich in den verbleibenden Monaten anzunehmen gedenken würde.  

Die Vorbereitungen  

Als erstes mussten Sponsoren her (als Student hat man zwar Zeit, bzw. man nimmt sich diese, aber ausreichende finanzielle Mittel für eine solche Unternehmung sind eher rar). Mit den Firmen Nordisk und Newline fand ich dann zwei freundliche Equipment-Ausrüster; soll heißen, dass ich meine Laufbekleidung, meinen Rucksack, Schlafsack, Isomatte, Zelt und Co gesponsert bekommen würde. Apropos Zelt: Ja, ich war davon überzeugt, dass das durchaus praktikabel sein würde – eine andere Möglichkeit der Übernachtung gab es aus genanntem Grund ja auch nicht. Die Ausrüstung kam, wurde zusammengepackt und auf die Waage gestellt: 18 Kilo - bei 63 Kilo Lebendgewicht eine nicht unwesentliche Zusatzlast. Jetzt fehlte noch die Route. Durch Deutschland noch genau ausgearbeitet entschied ich mich dann in Skandinavien für das weittestgehende Nachlaufen bekannter Routen. In Dänemark für den Hærvejen, in Schweden und Norwegen der Einfachheit halber für die E6. - E6? – da war doch was? Ein gewisser Achim Heukemes hatte auf dieser Strasse vergangenes Jahr doch eine ganze Menge Spaß gehabt... Das sollte mich aber vorerst noch nicht stören. - Vorerst. Ein bisschen mehr als 3000 Kilometer kamen bei meinen Berechnungen raus. Angedacht hatte ich eine Laufdauer von 50 Tagen; Ankunft vier Tage vor dem Marathon. Trainiert habe ich in der verbleibenden Zeit nur zweimal per Rucksack, dafür aber meinen Kilometerumfang unentwegt hochgefahren. In der Hauptvorbereitungsphase von Anfang Februar bis Mitte April habe ich binnen 10 Wochen bei Sauwetter über 2500 Kilometer im knappen 5er-Schnitt runtergespult und war daraufhin der Überzeugung, für alles, was da kommen würde, ausreichend gewappnet zu sein.  

Durch Norddeutschland (ca. 660 Kilometer)

Gestartet bin ich am 15. Mai von zu Hause aus, dass heißt von Solingen ausgehend erst mal in nordöstlicher Richtung durch welliges Terrain. Ich kann nur sagen: so ein Rucksack ist mitunter nicht so ganz ohne. Das bekam ich dann auch sehr schnell zu spüren: ich reduzierte schnell mein Lauftempo auf etwa 6,30er-Schnitt und wechselte im Laufe der Zeit zunehmend häufiger aufs Wandern. Probleme, meine für die Anfangsphase eingeplanten rund 70 Tageskilometer einzuhalten, hatte ich aber nicht. Angelaufen wurden des Abends wenn möglich Campingplätze oder Bauernhöfe, wo ich dann nach Einverständnis der betreffenden Landwirte auch nächtigen durfte. Nach einer Woche gab es dann in Quickborn (25 km nördlich HH) einen ersten Empfang bei meinem deutschen Sponsor, dem ich an dieser Stelle (und ich denke, dass mir das gestattet sein muss) ein herzliches Dankeschön aussprechen möchte (www.nordisk.de). Eingeladen waren drei Vertreter der örtlichen Presse und ich konnte eineinhalb Stunden in sehr angenehmer Atmosphäre verbringen. Da ich ja alleine unterwegs gewesen bin, war es doch sehr schön, mal einen solchen kurzen Zwischenstopp einzulegen. Blieben noch knapp zwei Tage bis zur Grenze. Bei weiterhin strahlend blauem Himmel und Sonnenschein ein durchaus angenehmes Unterfangen.


    www.steeple.de / www.leichtathletik.de präsentiert in dieser Rubrik regelmäßig Informationen aus den Bereichen Training und Sportmedizin, die nicht nur für Spitzenathleten interessant sind, sondern auch Hobbyläufer und Allgemeinsportler ansprechen. 


  Alle Rechte vorbehalten. Copyright by www.steeple.de