Neue Möglichkeit auch für Nicht-Kaderathleten

 

Leistungsdiagnostik für Jedermann
 

  Wann ist Leistungsdiagnostik sinnvoll? 
Wie kann ich Ergebnisse für mich nutzen? 
Welche Möglichkeiten gibt es zu welchen Konditionen?


Leistungsdiagnostik auf dem Fahrradergometer am MSG Hannover
 

Bei diesem ersten Artikel in der Reihe „Training & Medizin“, die von nun an alle zwei Wochen auf den Seiten des Leichtathletik-Online-Magazins www.steeple.de / www.leichtathletik.de  erweitert wird, geht es weniger um eine wissenschaftliche Abhandlung als einen Praxisratgeber für alle aktiven Leichtathleten und auch Hobbysportler.

Leistung optimieren, Fehler abbauen, Prozesse effektiver gestalten, sollen unsere Hauptansatzpunkte dabei sein. Punkte, die für Leistungssportler diverser Kader durch die Olympiastützpunkte übernommen wurden. Doch auch beispielsweise ein engagierter Lauftrainer im Nachwuchsbereich würde gerne in einem frühen Stadium Fehler eines falschen Abrollverhaltens, das auf längere Sicht zu Abnutzungserscheinungen führen kann, aufdecken.

Wann ist Leistungsdiagnostik sinnvoll?

Leistungsdiagnostik ist immer dann sinnvoll, wenn es darum geht, einen augenblicklichen Ist-Zustand festzuhalten oder aber eine Prognose der Leistungsfähigkeit zu erstellen. Des weiteren kann man in Phasen eines bevorstehenden Trainingswandels oder einer neuen Stufe des Trainings Tests anwenden, um mit einem weiteren Test am Ende der zu untersuchenden Phase diese auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

Aber auch bei immer wieder auftretenden Verletzungen ist eine Analyse der Ursachen oft aufschlussreich. Manchmal bietet sich auch eine Analyse der Ernährung in Verbindung mit einer eingehenden ärztlichen Untersuchung, die jeder Leistungsdiagnostik vorausgehen sollte, an.

Wie kann ich Ergebnisse für mich sinnvoll nutzen?

Den besten Nutzen bringen Test, die mich mit möglichst gleich leistungsfähigen Personen vergleichen, um ein Profil meiner individuellen Stärken und Schwächen erstellen zu können. Auf dieser Basis können dann Verbesserungsvorschläge für das Training oder das Alltagsleben erarbeitet werden, die mittels eines weiteren Tests nach einem festgelegten Zeitraums überprüft werden können.

Natürlich ist auch ein Vergleich der aktuellen Situation mit den Testwerten besserer Sportler oder gar Idolen sinnvoll, wenn es darum geht, einen längerfristigen Entwicklungsprozess zu begleiten.
 

Welche Möglichkeiten gibt es zu welchen Konditionen?

Als möglicher Ausgangspunkt bietet sich eine umfassende ärztliche Untersuchung an, in deren Rahmen auch eine Leistungsdiagnostik auf dem Fahrrad oder Laufband mit Laktat (Milchsäuregehalt im Blut), EKG und Spiroergometrie (Atemgasanalyse) stattfindet. Am wichtigsten ist jedoch eine eingehende Beratung bei der ganzen Angelegenheit.


Laktat-Feldtest am MSG Hannover


Leistungsdiagnostik auf dem Laufband der Thurgauisch-Schaffhausischen Höhenklinik Davos, Schweiz

Speziell für Gruppen erscheint auch ein Laktat-Feldtest mit Erfassung von Puls und Laktat sinnvoll, der auch vor Ort beim Verein (z.B. auf der Rundbahn) durchgeführt werden kann. Oft gesehen wird die Laktatabnahme auch bei Radrennsportlern über das Ohrläppchen sogar während der Fahrt. Bei Leichtathleten kann dies auch während des Laufens auf dem Laufband erfolgen, um möglichst genaue Ergebnisse zu erhalten.

Ebenfalls zum Grundprogramm der Leistungsdiagnostik gehört eine Körperfettanalyse und die Erstellung eines individuellen Ernährungsplanes, sowie Fortbildungen auf diesem Gebiet.

Neben den vielen Feldstufentests und allgemeinen Untersuchungen sind für Leichtathleten besonders die Kraftwerte interessant. Gerade im Bereich der Sprünge ist auch in Olympiastützpunkten ein Kontaktmattentest ein oft eingesetztes Mittel der Sprungdiagnostik. Hiermit lässt sich unter anderem auch eine optimale Sprunghöhe für Reaktivkrafttraining ermitteln.

An Geräten lässt sich hingegen eine Kraftdiagnostik der oberen und unteren Extremitäten durchführen, wobei die Werte auch hier mit einer Referenzgruppe verglichen werden.

Kraftdiagnostik bei predia Sport, WürzburgEine besondere Spezialität der Regensburger am Institut für Prävention und Diagnostik ist die biomechanische Funktionsanalyse der Wirbelsäule, die über eine Kraftanalyse der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur und dem Vergleich mit einem enormen Referenzdatenpool zustande kommt. Gerade hier treten bei Werfern, Springern und auch Läufern immer wieder Probleme auf, die durch speziell überwachte Trainingsprogramme beseitigt oder zumindest verbessert werden können.


Kraftanalyse der Wirbelsäule im Institut für Prävention und Diagnostik, Regensburg

Gerade für die letzte Gruppe bietet sich auch die Lauf-/Bewegungsanalyse mit der Analyse des Abrollverhaltens auf dem Laufband an.

Aus Platzgründen haben wir nur die wichtigsten der derzeit praktizierten Tests zusammengefasst.

Die wichtigste Frage stellt sich natürlich nach den Kosten. Hierbei bitte ich darum, selbst mit einer betreffenden Einrichtung Kontakt aufzunehmen und abzuklären, inwieweit die Kosten durch die Krankenversicherung übernommen werden. Hilfreich ist dabei, wenn sie dem entsprechenden Anbieter auch ihre Versicherungssituation (gesetzlich/privat) und ihren Versicherungspartner mitteilen.

Für alle Interessierten oder direkt in der Nähe von Regensburg Wohnenden gilt folgende Anschrift:

Institut für Prävention und Sportmedizin
Im Gewerbepark D 50
93059 Regensburg
Tel. 0941 464180
Fax. 0941 4641827
www.ips-regensburg.de
info@ips-regensburg.de

 

Wissenschaftlicher Beirat:
Dr. med. Gerhard Ascher (Regensburg)
Prof. Dr. med. Hermann Buhl (Bad Soden – Salmünster)
Dr. med. Frank Möckel (Regensburg)
Dr. Thomas Prochnow (Regensburg)
Prof. Dr. Dietmar Schmidtbleicher (Universität Frankfurt/Main)

Für alle weiteren Interessierten haben wir folgende Liste (kein Anspruch auf Vollständigkeit) aller unseres Wissens im Internet vertretenen Organisationen zusammengestellt, die obigen Leistungskatalog anbieten:


von Matthias Böhm

 

  www.steeple.de / www.leichtathletik.de präsentiert in dieser Rubrik regelmäßig Informationen aus den Bereichen Training und Sportmedizin, die nicht nur für Spitzenathleten interessant sind, sondern auch Hobbyläufer und Allgemeinsportler ansprechen.


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