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Interview mit Wolfram Ruth
"Erwarte
eine Jagd auf die Normen"
Bundestrainer blickt auf die
DLV-Junioren-Gala in Mannheim voraus
11.06.01 (ewa)
Nachdem die deutsche Leichtathletik in der laufenden Saison noch nicht so
richtig aus den Startblöcken gekommen ist, ruhen die Hoffnungen auf zwei Großereignissen
am kommenden Wochenende. Während es am Sonntag bei „LIVE“ in Nürnberg um
die WM-Normen geht, steht die DLV-Reisebank-Junioren-Gala am Freitag und Samstag
ganz im Zeichen der
bevorstehenden internationalen Meisterschaften. Im durch eine Tribüne ergänzten
Stadion beim Olympiastützpunkt blickt in Mannheim alles auf die Normen für die
U23-EM in Amsterdam (12.-15.7.), die U20-EM in Grosseto/Italien (19.-22.7.)
sowie die U18-WM in Debrecen/Ungarn (12.-15.7.). Mannheim bietet mit Startern aus 13
Nationen, darunter zahlreiche Junioren-Welt- und Europameister, eine vielversprechende
Besetzung auf. „Wir wollen dabei unser gutes Abschneiden der letzten Jahre
fortsetzen,“ hat Bundestrainer Wolfram Ruth die Zielsetzung im Interview mit
dem Leichtathletik-Online-Magazin formuliert.
Steeple:
Wolfram Ruth, wo stehen die Junioren des DLV vor der Reisebank-Junioren-Gala
in Mannheim?
Wolfram Ruth:
Nach einer kurzen Saison mit nicht idealen Bedingungen erwarten wir in
Mannheim eine Jagd auf die Normen für die internationalen Meisterschaften.
Steeple:
Welche interessante Starter sind zu erwarten?
Wolfram Ruth:
International herausragend ist zweifellos der britische Junioren-Weltmeister
Mark Lewis-Francis, der bereits 10,12 Sekunden gelaufen ist. Im gleichen Atemzug
sind dann die beiden DLV-Jahresbesten, Tim Goebel (Köln) und Speerwerfer Björn
Lange (Magdeburg), zu nennen. Am Start sein werden auch die für die U23-EM hoch
einzuschätzenden Lars Börgeling (Leverkusen, Stabhoch) sowie Christian Duma (Friedberg-Fauernbach,
400 Meter Hürden).
Steeple:
Gibt es weitere klangvolle Namen?
Wolfram Ruth:
Unsere hoffnungsvollen Sprinterinnen um Katchi Habel und Sina Schielke, die
ja bei der letzten Junioren-WM in Chile Staffel-Gold und zweimal Silber über
100 und 200 Meter gewannen. In die selbe Kategorie gehört auch Kerstin Werner
(Hüttlingen) als das derzeit größte Nachwuchstalent im Mittelstreckenbereich
des DLV.
Steeple:
Ist Mannheim die letzte Qualifikationschance für die jungen
Athleten?
Wolfram Ruth:
Nein. Für die U23-Kandidaten besteht auch bei den Deutschen Meisterschaften
in Stuttgart die Chance der Normerfüllung. Für die U20-EM sind die Deutschen
Jugendmeisterschaften in Braunschweig die letzte Möglichkeit.
Steeple:
Der DLV ist mit Mannheim schon über Jahre eine feste Beziehung
eingegangen. Was ist der Grund dafür?
Wolfram Ruth:
Bei der DLV-Juniorengala in Mannheim sind die Verantwortlichen mit der
Veranstaltung gewachsen. Rüdiger Harksen und Michael Hoffmann leisten vor Ort
glänzende Arbeit. Jetzt hat die Anlage eine überdachte Tribüne erhalten,
damit ist eine größere Sicherheit vorhanden.
Steeple:
Woran liegt es denn, dass der DLV in den letzten Jahren international immer
eine gute Rolle spielen konnte?
Wolfram Ruth:
Wir haben in den letzten Jahren sehr eng mit den Heimtrainern gearbeitet,
Teambildung stand im Vordergrund. Dadurch ist eine Art „Wir sind der
DLV-Gefühl“ bei allen Beteiligten entstanden. Zuallererst waren es die
vielen jungen Sportler selbst, die den Leistungsport wollen und mit ihren
Vorbildern an ihren Zielen arbeiten.
von Ewald Walker
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