Interview mit Wolfram Müller

"Chile war ein großes Erlebnis"

Der Pirnaer will im Jahr 2001 dem gestiegenen Druck trotzen

Wolfram Müller20.01.2001 (fc) Wolfram Müller gehörte trotz seines erst jungen Alters von 19 Jahren bereits zu den Stars bei den Bayrischen Hallen-Meisterschaften in Fürth. Über 3000 Meter ging er als Gast außer Wertung an den Start und ließ den Kontrahenten von Beginn an nicht den Hauch einer Chance. Nach 8:11,28 Minuten erreichte der Junioren-Vize-Weltmeister mit deutlichem Vorsprung das Ziel. Warum es ihn zum Wettkampf nach Bayern verschlagen hat, was er zum Jahr 2000 rückblickend sagt und wie seine Pläne für die anstehende Saison aussehen, erfahren Sie im Steeple-Interview.

steeple.de:
Wolfram, Du bist in Fürth zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg über 3000 Meter in 8:11,28 Minuten gelaufen. Wie fällt Deine Analyse aus?

Wolfram Müller:
Ich trainere erst wieder seit drei Wochen. Am 1. Januar habe ich wieder angefangen. Vorher war ich zwei Wochen in der Karibik und habe dort Urlaub gemacht und mich erholt. Ich denke, für die kurze Zeit des Trainings ist das schon eine sehr gute Leistung. Zufrieden war ich trotzdem nicht.  

steeple.de:
Was war der Grund, warum es Dich hier zu den Bayrischen Hallen-Meisterschaften als Gaststarter verschlagen hat?

Wolfram Müller
:
Ich trainiere mit Franek Haschke, der für Quelle Fürth/München startet, zusammen. Franek wohnt bei mir zuhause, trainiert mit bei meinem Trainer und deshalb haben wir gesagt, dass wir bei den Bayrischen Meisterschaften einfach mal mit starten.

steeple.de:
Die Indoorsaison findet gerade ihren Anfang. Wie sehen Deine Pläne für die Halle aus?

Wolfram Müller:
Ich werde als nächste Rennen in Karlsruhe, Erfurt und Stuttgart laufen. Dann stehen die Deutschen Meisterschaften in Dortmund auf meinem Plan. Zwischendurch gehe ich noch ins Trainingslager und danach Skifahren. 

steeple.de:
Es liegt ein sehr erfolgreiches Jahr 2000 hinter Dir, das Du nach Silber bei der Junioren-WM in Chile mit dem Junioren-EM-Titel im Cross abgeschlossen hast. Du warst sehr viel im Einsatz und hast oft auf Dich aufmerksam gemacht. Wie fällt Dein persönliches Fazit aus?

Wolfram Müller:
Das letzte Jahr war für mich das Optimum, das ich erreichten konnte. Ich habe den Vize-Weltmeistertitel geholt. Gold wäre zwar die Krönung gewesen, aber die Silbermedaille war realistisch. Das war das, was ich erreichen konnte. Nach Gold zu greifen, war leider nicht möglich. Die Cross-Europameisterschaft war für mich ein einschneidendes Erlebnis. Ich wollte eigentlich keinen Cross, sondern Urlaub machen, aber mein Trainer hat mich noch mal motiviert. Er hat gesagt 'Einfach los, du kannst das.' Ich hab daraufhin zwei-, dreimal die Woche trainiert und bin dann gestartet. Es war super! Es war für mich was Neues, nicht immer nur auf der Bahn, sondern auch mal Cross zu laufen.

steeple.de:
Wenn Du auf die Junioren-WM in Chile zurückblickst. Du warst dort doch recht locker drauf. Wie stufst Du dieses Erlebnis für Dich ein
?

Wolfram Müller:
In Chile war für mich schön, dass ich Mannschaftssprecher war und mir die ganze Mannschaft das Vertrauen erwiesen hat. Ich bin auch mit allen Leuten gut klar gekommen und nicht einer, der sich in die Ecke setzt. Ich bin mehr der lustige Typ, der auch anfeuert und mal einen Spaß mitmacht. Chile war für mich ein großes Erlebnis, mit der ganzen Mannschaft weit weg von Deutschland zu sein. 

steeple.de:
Das Jahr 2001 ist gerade angebrochen. Durch Deine Erfolge sind auch die Erwartungen an Dich gestiegen. Wie gehst Du selbst mit dieser Situation um?

Wolfram Müller:
Es wird für mich immer schwieriger, weil ich immer mehr unter Druck komme. Ich denke, das kann jeder nachvollziehen, wenn man ständig mit Dieter Baumann oder auch schon mit Nils Schumann verglichen wird. Es ist für mich nicht unbedingt einfach, damit umzugehen. Ich denke, dafür habe ich einen guten Trainer, der dann versucht mich so zu beeinflussen, dass ich ruhig bleibe. Ich muss aufpassen, dass ich im Training nicht überziehe. Ich werde das Beste aus dem Jahr 2001 machen.

steeple.de:
Vielen Dank für das Gespräch, Wolfram.

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