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Interview mit Claus Marek
"Ziel
ist Medaille bei der EM 2002"
Nachwuchs steht für rosige
Zukunft - Schmid Platz vier in Edmonton?
26.07.2001
(ewa) Claus Marek, seit 1989 Zehnkampf-Bundestrainer,
hat mit seiner Disziplin Höhen und Tiefen erlebt. "Unsere Zehnkämpfer verstehen
sich nicht als Einzelkämpfer, sondern als Team, das durch Fairness
und sportliche Leistung überzeugen möchte," heißt die Leitidee des 47-jährigen. Nachdem die
Reizthemen Wiedervereinigung, Neuaufbau und der konsequente Anti-Doping-Kampf
des Jeep-Zehnkampf-Teams abgehakt sind, stehen die "Könige der Athleten" derzeit nicht mehr so im
Rampenlicht. Auch, weil Aushängeschild Frank Busemann schon in der dritten Saison mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat.
Dennoch sieht der Bundestrainer
eine "rosige Zukunft" für sein Team, hat der DLV mit Dennis Leyckes (Junioren-Weltmeister), André
Niklaus (Junioren-Europameister U23) und Lars Albert (Junioren-Vize-Europameister
U20) hoffnungsvolle Talente in seinen Reihen. Über die Situation,
insbesondere die Chancen bei der bevorstehenden WM in Edmonton unterhielt sich
Ewald Walker mit Claus Marek am Rande des Zehnkampf-Länderkampfes Deutschland
USA in Bernhausen.
Claus Marek, wo stehen die Zehnkämpfer vor der WM in Kanada?
Claus Marek:
Wir sind mit Stefan Schmid und Sebastian Knabe bei der WM vertreten. Wenn man
vorne die beiden Tschechen Sebrle und Dvorak sowie Erki Nool einordnet, so denke ich,
dass für Stefan Schmid dahinter von Platz acht bis vier alles möglich ist, zumal seine letzten Tests sehr erfolgreich waren.
Sebastian Knabe steht am Beginn einer internationalen Karriere, denn er hat überall noch
Reserven, das haben seine zwei Bestleistungen mit der Kugel und über die Hürden in Bernhausen gezeigt.
Wie sieht die WM-Vorbereitung der Zehnkämpfer aus?
Claus Marek:
Wir fliegen am 25. Juli nach Calgary und fahren dann am 4. August mit dem
Bus nach Edmonton. Der Haupt-Trainingsblock ist abgeschlossen, wir werden nur
noch ein bis zwei kurze Reize setzen.
Ist das Fehlen von Frank Busemann als Zugpferd nicht ein Problem?
Claus Marek:
Natürlich, aber wir hatten in den letzten Jahren in Budapest, Sevilla sowie
in Sydney schon die Situation, dass Frank ausgefallen ist. Da sind mit Mike
Maczey und David Mewes die Jungen eingesprungen. Wir gehen die Situation mit
Motivation und Kampfgeist an. Busemann ist in dieser Situation kein Thema.
Welchen Einfluss haben Sie denn während eines Großereignisses wie der WM
eigentlich?
Claus Marek:
Von außen ist da während des Wettkampfes kaum etwas möglich, da müssen die
Athleten selbst zurechtkommen. Während den Disziplinen liegt der Schwerpunkt
in der psychologischen Betreuung. Wir haben im Vorfeld mit den Heimtrainern
einen Aufgabenkatalog mit Tipps erarbeitet, mit denen die Athleten die Disziplinen bewältigen müssen.
Wie sehen die Perspektiven über das WM-Jahr hinaus aus?
Claus Marek:
Wir haben gerade das Junior-Team mit Dennis Leyckes, André Niklaus und Stefan
Drews gegründet, das einiges verspricht. Für die EM 2002 in München sind wohl
Busemann, Schmid und Maczey die tragenden Säulen. Ein Ziel ist eine Medaille
bei der EM.
von Ewald Walker
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