Bayer-Interview mit Charles Friedek

"EM 2002 ist WM gleichzusetzen"

Deutschlands Top-Dreispringer will Verletztenmisere hinter sich lassen

13.12.01 (fc/bayer) Nachdem die letzten beiden Jahre für Deutschlands Vorzeige-Dreispringer Charles Friedek von Verletzungen geprägt waren, möchte der Leverkusener nun neu angreifen. Er hat versucht, die Ursachen für die Rückschläge herauszufinden und plant, in der bevorstehenden Hallensaison bereits mit dem nächsten großen Ziel, der EM in München, vor Augen wieder in das Wettkampfgeschehen einzugreifen. Wie er sich fühlt und wie er sich auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet, erfahren Sie in diesem Interview.

Wie sehen Ihr Gesundheitsstatus und Trainingszustand momentan aus?

Charles Friedek: 
Zunächst einmal habe ich viel getan, um die Verletzungen in den Griff zu bekommen und auch die Ursachen herauszufinden. In Bezug auf meinen Trainingszustand bin ich zufrieden und das lässt mich optimistisch in die Zukunft schauen. 

Wie oft trainieren Sie momentan in der Woche?

Charles Friedek: 
Das Training ist in verschiedene Einheiten untergliedert. Stabilisation, Krafttraining und Sprungelemente werden miteinander kombiniert. In der Regel trainiere ich neunmal pro Woche. Die Einheiten dauern drei bis vier Stunden.

Hat sich durch die neue Halle die Qualität des Trainings verbessert?

Charles Friedek: 
Natürlich! Es ist ein ganz anderes Gefühl jetzt in so eine Halle zu kommen, ein imponierendes Gebäude und ein schöner Arbeitsplatz. Die Physiotherapie ist viel geräumiger geworden und viele neue Geräte sind hinzugekommen. Ich muss die neuen Möglichkeiten erst für mich erschließen und selektiv das Beste für mich herauspicken. Es sind viele positive Elemente vor Ort, die ich nutzen kann. 

Trainieren Sie alleine oder in einer Gruppe?

Charles Friedek: 
Natürlich mit anderen Athleten zusammen. Ich bin in der Trainingsgruppe von Bernd Knut, in der größtenteils Zehn- und Mehrkämpfer sind und auch Schahriar Bigdeli als Weitspringer ist in dieser Gruppe. 

Welche Starts planen Sie in der neuen Saison?

Charles Friedek: 
Ich möchte bereits im Winter bei Hallenmeetings im Dreisprung starten. Die Deutschen Hallenmeisterschaften und auch die Hallen- Europameisterschaften in Wien stehen auf dem Terminplan, immer abhängig von meinem aktuellen Leistungsstand. Das große Ziel nächstes Jahr sind die Europameisterschaften in München. 

Spüren Sie schon jetzt den Erwartungsdruck für die Europameisterschaft 2002 in München?

Charles Friedek: 
Der Erwartungsdruck ist nicht höher als bei anderen Großereignissen. Es ist sicherlich eine besondere Motivation für alle, im eigenen Land und der entsprechenden Medienresonanz ein gutes Ergebnis zu erzielen. Ein Titel wäre dann mit einer Weltmeisterschaft gleichzusetzen. Im Dreisprung ist Jonathan Edwards sicherlich der Maßstab, aber die Konkurrenz ist so stark wie bei einer Weltmeisterschaft.

Bleibt Ihnen noch Zeit für eine andere Sportart?

Charles Friedek: 
Samstags wird vor dem Training immer Fußball gespielt, aber zur Zeit habe ich Angst, mich wieder zu verletzen. Diesen Unsicherheitsfaktor möchte ich ausschließen und lasse Fußball und andere Sportarten komplett weg und konzentriere mich auf das Wesentliche. Es würde mich eher interessieren, eine andere Disziplin in der Leichtathletik auszuüben, z.B. den Weitsprung.

Sind Sie auch Gast bei anderen Top-Teams in Leverkusen?

Charles Friedek: 
Ab und zu werde ich zum Fußball eingeladen. Das Interesse ist da, aber als extremen Fan sehe ich mich nicht.

Interview mit freundlicher Unterstützung von Bayer Sport

 

Noch mehr Interviews...

Alle Rechte vorbehalten. Copyright by www.steeple.de