Stimmen und Meinungen

Charles Friedek: "Was bedeutet
es schon, dass ich Vierter bin?"

Was bei der Hallen-Weltmeisterschaft so alles gesagt wurde...

09.03.01 (fc) Bereits am ersten Tag der Hallen-Weltmeisterschaft in Lissabon waren ein paar Überraschungen an der Tagesordnung. So holten sich Pavla Hamackova und Paolo Camossi überraschende Titel. Zu den Enttäuschten gehörte der deutsche Dreispringer Charles Friedek als Vierter.

Charles Friedek (Vierter Dreisprung Männer):
"Die Nachmessung des dritten Sprungs war nicht der entscheidende Punkt für mich. Mein Gott, was bedeutet es schon, dass ich Vierter bin?"

Paolo Camossi
(Sieger Dreisprung Männer):
"Vor dem Wettkampf war ich ziemlich sicher, dass ich eine gute Leistung abliefern kann. Es war heute der sechste oder siebte Wettkampf in diesem Winter. Nach dem ersten Versuch hatte ich noch sehr viel Kraft gespürt. Nach meinem weitesten Sprung rief mir mein Trainer schon zu, dass ich der neue Weltmeister bin, aber ich wollte es noch nicht so recht glauben, weil Friedek ein starker Kämpfer und Edwards der beste Dreispringer von uns allen ist."

Jonathan Edwards
(Zweiter Dreisprung Männer):
"Bei zwei, drei Sprüngen hat es heute einfach nicht gepasst. Es war wahrscheinlich wieder die Anlage, dass ich nicht so schnell sein konnte, wie ich eigentlich dachte. Aber ich suche nicht nach Entschuldigungen. Für mich war es ein großartiger Wettkampf. Ich hatte nichts zu verlieren und Spaß am Wettkampf. Es freut mich, dass Paolo Camossi gewonnen hat."

Andrew Murphy
(Dritter Dreisprung Männer):
"Es ist lange her, seit ich eine Medaille gewonnen hatte. Ich kam erst langsam in den Wettkampf und hatte in den ersten drei Sprüngen Probleme. Aber als ich den Endkampf erreicht hatte, gab ich alles. Das ist erst meine zweite Hallen-WM-Teilnahme. Das Publikum und die Anlage waren klasse. Ich hoffe, dass es für mich ein gutes Zeichen für das restliche Jahr war."

Terrence Trammell
(Sieger 60m Hürden Männer): 
"Ich hatte Anfang der Woche noch große Magenprobleme und bin gerade dabei, wieder gesund zu werden. Ich hatte letzte Nacht nur drei Stunden geschlafen. Wenn ich unter diesen Voraussetzungen eine solche Leistung bringen kann, dann blicke ich optimistisch auf den Sommer."

Anier Garcia (Zweiter 60m Hürden Männer):
"Ich war sehr überrascht vom fantastischen Start von Trammell und ich denke, das war der Schlüssel zum Sieg. Dieser Winter war nicht gut für mich. Wahrscheinlich habe ich die Hallen-WM selbst nicht ernst genug genommen."

John Godina (Sieger Kugelstoßen Männer):
"Ich habe fast ein schlechtes Gewissen, weil ich diese Goldmedaille Adam Nelson gestohlen habe. Ich bin nicht einmal übermäßig zufrieden mit meiner heutigen Leistung. Nachdem Adam wahrscheinlich keine Kritik üben wird, muss ich als Sieger die Anlage monieren. Ich habe noch nie auf einer derart schlecht vorbereiteten Anlage gestoßen. Der Ring ist gestrichen und bei meiner Drehwurftechnik war das eine sehr rutschige Oberfläche."

Adam Nelson (Zweiter Kugelstoßen Männer):
"Ich war heute nicht wirklich bei der Sache. Es mangelte wahrscheinlich an der Vorbereitung, so dass ich zu keiner guten Technik gefunden habe. Ich will mich nicht rechtfertigen, der Ring war in Ordnung. Ich habe es einfach nicht hinbekommen und will jetzt nur nach Hause und mich auf die WM in Edmonton konzentrieren."

Kajsa Bergqvist (Siegerin Hochsprung Frauen):
"Das war heute ein fast perfekter Wettkampf. Nur am Anfang hatte ich ein paar kleinere Probleme. Die Anlage war sehr gut. Das ist eigentlich schon alles. Ich brauchte mich heute nur auf den Wettkampf zu konzentrieren und schon lief es. Ich bin einfach superglücklich darüber."

Inga Babakova (Zweite Hochsprung Frauen):
"Für mich war es schon ein Schrecken, überhaupt hierher zu kommen. Mein Ehemann hatte vor zwei Wochen seine dritte Operation. Meine Gedanken waren deshalb nicht beim Wettkampf, sondern im Krankenhaus. Zuhause wird mehr auf die Jungen geblickt und Babakova scheint fast schon zu alt zu sein. Hier in Lissabon war es für mich nicht einfach, zu springen. Und glauben Sie es oder nicht, ich wurde hier über das Handy meines Managers von meinem Mann, der den Wettkampf im Fernsehen verfolgte, gecoacht."

 

 

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