Interview mit Karin Ertl
"Olympia ganz andere Stimmung"
Hallen-Europameisterin ist mit Saisonverlauf insgesamt zufrieden
01.11.2000
(fc) Die deutsche Siebenkämpferin Karin Ertl erreichte trotz
Verletzungsproblemen bei den Olympischen Spielen den siebten Rang. "Ich glaube, wenn
man bei Olympischen Spielen dabei sein darf, sollte man das genießen bis
zum Schluss",
sagte die 26jährige im Gespräch, dass das Leichtathletik-Online-Magazin als
Saisonbilanz nach ihrer Rückkehr aus Australien mit ihr führte. Ein paar
interessante Statements finden Sie hier, das komplette Interview auf www.karin-ertl.de.
Übrigens stellte Karin Ertl für die Charity-Auktion vom 3. bis 10. November
auf www.steeple.de ihre
Olympia-Startnummer und ihre offiziellen Olympiaschuhe, beides handsigniert, zur
Verfügung.
steeple.de:
Karin,
wenn man Deine Olympiasaison rückblickend betrachtet, stehen ein
Hallen-EM-Titel, eine persönliche Bestleistung von Götzis, ein siebter Platz
bei den Olympischen Spielen und ein Rang unter den Top Ten der
Weltjahresbestenliste im Siebenkampf zu Buche. Wie fällt Dein persönliches Saisonresümee aus?
Karin Ertl:
Ich
denke, ich kann zufrieden sein. Ich habe eigentlich meine Ziele erreicht. Fast.
In Götzis sind die 6400 Punkte leider nicht gefallen und in Sydney hätte ich
mir eine bessere Punktzahl ausgerechnet. Aber gerade da muss man auch sehen, wie
die anderen drauf waren. Mir war vorher klar, dass ein sechster Platz schwer
werden würde und am Ende ist es ein siebter Platz geworden. Ich habe in diesem
Jahr einen großen Aufwand betrieben und es hat leider doch nicht so gefruchtet,
weil auch noch eine Verletzung dazwischen kam. Darüber habe ich mich ein wenig
geärgert. Aber im Großen und Ganzen bin ich schon zufrieden.
steeple.de:
Es
war Deine erste Teilnahme an Olympischen Spielen. Worin siehst Du den
Unterschied zu einer Welt- oder Europameisterschaft?
Karin
Ertl:
Nachdem viele Sportarten vertreten sind, ist es
eine ganz andere Stimmung, gerade im Olympischen Dorf. Das Publikum ist auch
unterschiedlich, allein schon von der Zuschauerzahl her. In Sydney brauchte ich gar
nicht erst das Suchen anfangen, in der Hoffnung, dass ich vielleicht jemanden
finden oder entdecken könnte. Ich habe zwar ein paar Rufe gehört, aber wenn
ich gekuckt hätte, wäre niemand zu finden gewesen. Bei der EM in Budapest und
auch bei der Weltmeisterschaft war das nicht so. Da hatten wir am Vormittag ein
leeres Stadion und man
hat seine Leute einfach gefunden. In Sydney war das eine ganz andere Stimmung und
Atmosphäre. Das bemerkte ich schon deutlich.
steeple.de:
Wenn wir den
Siebenkampf in Deutschland nun im allgemeinen betrachten, gibt es eine Sabine
Braun, die schon mal laut über ihren Rücktritt nachdenkt. Vier
Siebenkämpferinnen haben heuer um die drei Olympiatickets gekämpft. Im
Nachwuchs machten in diesem Jahr zum Beispiel Sonja Kesselschläger und Annika
Meyer auf sich aufmerksam. Wie fällt Dein persönlicher Mehrkampf-Ausblick als
Athletin, die sich durch ihre Beständigkeit auszeichnet, aus?
Karin
Ertl:
Bei Sonja, die jetzt zweimal um die 6000 Punkte gemacht hat, fehlen noch
rund 250 Punkte. Das sind in der Spitze eine Menge Holz. Annika legte einen
perfekten Mehrkampf hin, bei dem sie auch an die 6000 Punkte rankam. Die
zwei haben auf jeden Fall Aussichten. Dann ist auch die Junioren-Europameisterin
Maren Freisen nicht zu vergessen. Aber ich denke, die drei brauchen einfach noch
ein bisschen Zeit. Bei den nächsten Olympischen Spielen könnten sie aber
ein Gesprächsthema sein. Sabine wird so schnell nicht aufhören. Sie ist noch
die Beste und es ist unsere Aufgabe, sie abzulösen. Das liegt momentan in der
Hand von Kathleen Gutjahr, Astrid Retzke und mir. Bis jetzt ist sie noch
mit dabei und warum sollte sie aufhören.
steeple.de:
Am 3. November
startet auf www.steeple.de
eine Charity-Auktion zu Gunsten der Kinderkrebsstiftung. Du warst spontan
bereit, eine Olympia-Startnummer und Deine offiziellen Olympiaschuhe dafür zur Verfügung zu stellen. Was ist Deine
Meinung zu der Aktion?
Karin Ertl:
Ich finde das eine gute Idee. Mir tut es nicht weh, die Startnummer und die
Schuhe abzugeben. Ich möchte mir auf jeden Fall selber eine Nummer aufbewahren. Ich hoffe,
dass bei der Aktion etwas und vielleicht auch ein bisschen mehr rausspringt, damit den
Leuten geholfen ist. Es bereitet mir kein Kopfzerbrechen oder ist mit besonderen
Aufgaben verbunden und deshalb bin ich da gerne bereit, mitzumachen.
steeple.de:
Vielen Dank für das Gespräch, Karin.
Das komplette
Interview finden Sie auf www.karin-ertl.de!
Dabei äußert sich Karin Ertl zu ihren Plänen im nächsten Jahr,
ihren Eindrücken aus Australien und manch anderen interessanten Punkten.
Werfen Sie einen Blick rein!
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