steeple.de:
Gratulation zum deutschen Rekord. Ist Chemnitz ein besonders gutes Pflaster
dafür, nachdem Tim Lobinger im letzten Jahr an dieser Stelle auch schon
Hallenrekord sprang?
Danny
Ecker:
Es sieht ganz danach aus. Ich bin bisher noch nie gut hier gesprungen. Im
letzten Jahr war ich verletzt. Deshalb habe ich nicht damit gerechnet, dass ich
so gut springen werde. Aber offensichtlich liegt es nicht an der Anlage, sondern
mehr am Zufall. Heute hat alles gestimmt.
steeple.de:
Sie
haben nach dem Rekord die sechs Meter versucht. Wie hat sich diese Höhe
angefühlt?
Danny
Ecker:
Irgendwie
hatte ich heute gar kein Gefühl, um ehrlich zu sein. Ich war auch nervöser als
sonst. Ich denke, dass sechs Meter möglich sind. 5,96 ist ja nicht viel weniger
und die Sprünge waren noch nicht optimal. Das war erst mein dritter Wettkampf
und es gibt noch ein paar Dinge, die ich verbessern möchte. Ich denke, dass das
noch ein paar Zentimeter bringen wird. Diese Hallensaison habe ich nur noch zwei
Wettkämpfe, da ist es eher unwahrscheinlich, dass ich noch einmal so hoch
springen werde. Aber für die Freiluftsaison plane ich es, wenn nichts
dazwischen kommt, schon mal ein.
steeple.de:
Kommt man nach so einer Höhe noch einmal ins Grübeln, was die anstehende
Fußoperation betrifft?
Danny
Ecker:
Nein, diese Entscheidung ist getroffen. Daran rüttele ich jetzt auch nicht
mehr. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich bei der Hallen-WM in Lissabon eine
Medaille holen würde, wäre ja jetzt schon groß. Der zweitbeste Springer ist
einmal 5,80 Meter bis jetzt gesprungen. Hoffentlich werde ich in meiner weiteren
sportlichen Karriere noch mehrere Hallen- und Freiluft-Weltmeisterschaften
mitnehmen können, deshalb geht die Gesundheit erst mal vor.
steeple.de:
Spielt die Erfahrung aus den Verletzungsproblemen des letzten Jahres bei der
Entscheidung, die Gesundheit in den Vordergrund zu stellen, auch eine Rolle?
Danny
Ecker:
Auf jeden Fall. Im letzten Jahr bin ich zu viele Kompromisse eingegangen.
Ich habe zu früh angefangen und mich auf viel zu viele Abenteuer eingelassen,
statt die Sache einfach auszukurieren. Vielleicht habe ich daraus gelernt.
steeple.de:
Was
setzen Sie sich nach dem deutschen Hallenrekord als nächstes Ziel, vor allem
für die beiden noch anstehenden Hallenstarts?
Danny
Ecker:
Es ist nach dem deutschen Rekord und einer persönlichen Bestleistung schon
schwierig, sich noch einmal motivieren zu können. Da die sechs Meter drin sind,
ist das auf jeden Fall noch ein Ziel. Ich denke, dass ich heute Abend nicht
allzu feucht feiern werde, weil ich diese Höhe noch angreifen möchte. So sieht
mein Plan aus.
Weitere Stimmen
vom Hallen-Meeting in Chemnitz:
Radek Zachoval (CZE; Sieger
200m):
Landesrekord mit 20,79 Sekunden. Das ist eine Überraschung. Ich wollte unsere
Norm für die Hallen-WM laufen. Diese ist bei 21 Sekunden. Das muss ich erst mal
verdauen.
Yvonne Buschbaum (D; Siegerin
Stabhochsprung):
Ich hätte die Norm für die Hallen-WM gerne geschafft. Dann da will ich hin.
Wir sind alle sehr ausgeglichen und treiben uns gegenseitig voran.
Robert Mackowiak (POL; Sieger
400m):
Es war mein erster Lauf in der Halle. Ich wollte unsere Norm für die Hallen-WM
unterbieten. Das ist mir mit 46,19 Sekunden deutlich gelungen. Das Publikum in
Chemnitz verdient ein großes Lob.
Falk Balzer (D; Sieger 60m Hürden):
Mit dem Sieg bin ich natürlich zufrieden. Aber ich bin nach dem Start wie in
Erfurt regelrecht eingesackt, da habe ich einige Hundertstel gelassen.
Kofi Amoah Prah (D; Sieger
Weitsprung):
Mit den 7,89 Metern bin ich nicht zufrieden. Mein Anspruch war höher. Wir haben
gut trainiert. Dieser Wettkampfblock ist gewollt. Nach Stuttgart hatte ich fünf
Tage Zeit, mich zu erholen.
Pawel Czapiewski (POL; Sieger
800m):
Ich bin ein wenig überrascht, dass ich so leicht an Johan Botha vorbeikam. Ich
war mehr auf die Zeit, als auf den Sieg fixiert. Schade, es hat nicht ganz für
unsere Hallen-WM-Norm gereicht.
Elena Iagar-Buhaianu (RUM;
Siegerin 2000m):
Es war mein erstes Rennen über 2000 Meter. Da wollte ich nur gut sein. Es hätte
schneller sein können. Das Hauptziel ist die Hallen-WM in Lissabon