Interview mit Tomas Dvorak
"Ich
habe
versprochen,
die 9000er Marke zu brechen"
Der Zehnkampf-Weltrekordhalter sieht großes Potential für Maczey
01.07.2000
(mab/fc) Während im finnischen Oulu die zweite Garde der tschechischen
Zehnkämpfer um den Europacup kämpfte, verschlug es Weltrekordhalter Tomas
Dvorak nach Mitterteich in der Oberpfalz. Er nutzte die intime Atmosphäre eines
kleinen Sportfests, um seine Form zu testen. Matthias Böhm war vor Ort und
führte für das Leichtathletik-Online-Magazin mit dem Weltmeister ein
interessantes Interview.
steeple.de:
Herr
Dvorák, Sie sind sicherlich das erste Mal hier in Mitterteich. Was hat sie
hierher verschlagen?
Tomas Dvorak:
Wir
sind der Einladung des Meetingdirektors der "Offenen Meisterschaften von
Cheb" gefolgt und nutzen die günstige Gelegenheit, unsere Form in Hinblick
auf bevorstehende Wettkämpfe zu überprüfen. Zeitlich liegt das hier optimal
und auch das Publikum ist große Klasse.
steeple.de:
Nun
die sicher schon oft gestellte Frage: Was sind Ihre Ziele für Sydney? Sind die
9000 Punkte möglich?
Tomas
Dvorak:
Ich habe vor dem Saisonstart versprochen, die 9000er-Marke bei einem der diesjährigen
Zehnkämpfe zu brechen. Sydney ist die dritte Chance. Das sagt alles, oder?
steeple.de:
Wie schätzen Sie die deutschen Zehnkämpfer im Hinblick auf Olympia
ein?
Tomas
Dvorak:
Nach dem guten Abschneiden der Deutschen in Götzis darf man auf die
restliche Olympiasaison gespannt sein, denn diese Saison hat ihre eigenen
Gesetze. Mike Maczey hat für mich großes Potential, aber auch Frank Busemann
hat in einzelnen Disziplinen noch erhebliche Reserven. Ich werde auf jeden Fall
aufmerksam die deutschen Trials in Ratingen verfolgen.
steeple.de:
Herr Dvorák, eine Diskussion, die in Deutschland in letzter Zeit
immer wieder aufgeflammt ist, ist die über den Zehnkampf für Frauen. Was
denken Sie über dieses Thema?
Tomas Dvorak:
Ich sehe den Zehnkampf schon als sehr harten Wettbewerb an. Vor allem
der Stabhochsprung wird den Frauen sicher Probleme machen. Damit die - auch als
Mehrkämpferinnen - nicht alle bei 3,50m hängen bleiben, ist ein völlig neuer
Athletinnentyp nötig. Aber auf Sicht von 5-10 Jahren ist das sicher im Bereich
des Möglichen.
Das Interview
wurde geführt und aus dem Englischen übersetzt von Matthias Böhm
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