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Interview mit Alina Astafei
"Hochsprung
gehört wieder dazu"
Neuer Bezug zum Sport mit mehr
Spaß nach langer Verletzungspause
25.06.01
(fc) Die deutsche
Hochspringerin Alina Astafei gab beim Europacup in Bremen ihr internationales
Comeback nach rund dreijähriger Abstinenz von der Nationalmannschaft. Dabei
bestätigte sie mit 1,89 Metern ihre bisherige Jahresbesthöhe, konnte aber vor
allem mit dem zweiten Platz, der dem Team sieben Punkte bescherte, zufrieden
sein. Das
Leichtathletik-Online-Magazin unterhielt sich mit der gebürtigen Rumänin, die
ihre Verletzungssorgen mittlerweile hinter sich gelassen hat, ausführlich über
ihren Auftritt im Weserstadion und einiges mehr.
Steeple:
Alina, Du hast in Bremen Dein internationales Comeback gegeben. Wie fällt
Dein eigenes Fazit aus?
Alina Astafei:
Für mich war die Einladung zum Europacup ein kleiner Schritt nach vorne,
weil ich zwei Jahre verletzt war und viele negative Erlebnisse hatte. Wenn ich
heute einen Wettkampf gewinne oder in die Nationalmannschaft nominiert werde,
dann genieße ich das. Das ist viel anders als früher, als ich unter großem
Druck stand. Für mich ist es aber trotzdem gut, wenn ich im Wettkampf ein
bisschen Druck habe. Ich war immer ein Wettkampftyp, habe meine besten
Leistungen bei den wichtigen Veranstaltungen gebracht. Nach den
Hochsprung-Meetings in der letzten Zeit war das sehr schön. Ich hatte nicht
damit gerechnet, dass ich mich für den Europacup qualifizieren werde, so wie
die Saison angefangen hat. Aber dann habe ich doch ein bisschen gekämpft.
"Hatte
Teil meiner Identität verloren"
Steeple:
Was hast Du gerade aus der Verletzungspause an Erfahrung mitgenommen und wo
siehst Du noch den Aufholbedarf?
Alina Astafei:
Ich weiß, wo ich herkomme, dass ich verletzt war und gar nicht mehr
springen konnte. Damals hatte ich einen Teil meiner Identität verloren. Das ist
jetzt wieder ein Ganzes. Der Hochsprung gehört zu meinem Leben dazu. Ich kann
wieder springen und habe auch das Potenzial, noch ein bisschen höher zu
springen. Ich muss an meinem Anlauf arbeiten, ich komme noch nicht richtig in
die Absprungposition. Deshalb bin ich noch nicht so optimal gesprungen. Ich bin
nach wie vor ehrgeizig und möchte bald über 1,90 Meter. Das hätte in Mannheim
vor einer Woche bei 1,93 Meter schon fast geklappt. Beim Europacup war ich auch
ein bisschen krank, hatte gestern schon Halsschmerzen und in der Nacht
vielleicht sogar Fieber. Deshalb war ich in keiner so starken Verfassung und ich
bin froh, dass es gut gelaufen ist. Ich kann mit dem zweiten Platz zufrieden
sein. Ich habe es heute genossen. Gerade weil ich so lange nicht springen
konnte, ist allein das Gefühl wieder sehr schön.
Steeple:
Wie war für Dich die Rückkehr in die Nationalmannschaft?
Alina Astafei:
Ich bin ja eine der Älteren in der Nationalmannschaft und es sind viele
neue Gesichter da. Das freut mich auch. Ich kenne aber noch einige Leute und es
war ein schönes Gefühl, wieder dabei zu sein. 1998 war mein letzter Auftritt
in der Nationalmannschaft. Für mich ist die Rückkehr alleine ein kleiner
Erfolg.
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