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Weltmeisterschaft in Edmonton
Die Top Ten von Edmonton
Steeple-Analyse
der Titelkämpfe im Commonwealth Stadium
14.08.01 (fc) Die Weltmeisterschaft in
Edmonton ging am vergangenen Sonntag zu Ende. Es gab eine ganze Reihe von
spannenden Wettkämpfen und tollen Auftritten. Wir haben die international
stärksten Athleten, die es geschafft haben, auf den Punkt fit zu sein, für Sie noch einmal
herausgefiltert und zusammengestellt. Eine Klassifizierung der Top Ten
nahmen wir bewusst nicht vor.
Auch sind hiermit noch längst nicht alle Athleten abgedeckt, die sich im
Commonwealth Stadium eindrucksvoll in Szene setzten.
Dimitri
Markov (Stabhochsprung):
Manche sahen ihn schon dem frühzeitigen Aus nahe, viele dachten, er
würde den Wettkampf beenden, als er Gold sicher hatte. Aber nicht so
Dimitri Markov. Er machte weiter und stellte mit sensationellen 6,05
Metern einen neue Weltjahresbestleistung und einen neuen Ozeanienrekord auf. "Ich hatte vor dem Wettkampf nicht gedacht,
dass ich über sechs Meter springen könnte", strahlte er nach dem
Wettkampf nicht nur nach außen, sondern überglücklich auch sehr viel
inneren Stolz aus.
Kostas
Kenteris (200m):
Der schnelle Grieche war wieder da, als es darauf ankam. Mit seinem
starken Finish liess er über 200 Meter Christopher Williams, Shawn
Crawford und Kim Collins nicht den Hauch einer Chance und verwies sie in
20,04 Sekunden auf die Plätze. Kenteris war diesmal im Gegensatz zum
letzten Jahr kein unbeschriebenes Blatt mehr. Umso mehr bewies er, dass er
auch mit der Rolle des Favoriten bestens umgehen kann und ihn ein
ungemeines Selbstvertrauen ausmacht. Exakt das ist es, was die Siegertypen
prägt. Bereits im Semifinale hatte er die Weltjahresbestzeit auf 20,03
Sekunden gedrückt.
Maurice
Greene (100m):
Das 100-Meter-Finale war zum großen Duell zwischen dem Weltjahresbesten
Tim Montgomery und Olympiasieger Maurice Greene hochstilisiert worden. Als
der entscheidende Startschuss fiel, war Greene da und holte sich als
Sieger in glänzenden 9,82 Sekunden die Pole Position in der
Jahresbestenliste von seinem Landsmann, der nur drei Hundertstel dahinter
einlief, zurück. Greene hatte durchgezogen und sich verletzt, so dass er
seine weiteren Starts bei der WM absagte. Er behauptete in Edmonton seine
Vormachtstellung als schnellster Mann der Welt
Martin
Buss (Hochsprung):
Am wenigsten war er selbst über sein Husarenstück überrascht. Einige
Konkurrenten aber dafür umso mehr. Martin Buss behauptete sich mit der
Weltjahresbestleistung von 2,36 Metern in einem Feld, das nichts zu
wünschen übrig liess. Voronin, Kljugin, Sotomayor... Sie waren alle mit
dabei. Das ist es auch der Grund, weshalb man die Leistung des
Familienvaters, der ein T-Shirt mit den Konterfeis seiner beiden Söhne
als Glücksbringer mit dabei hatte, nicht hoch genug einordnen kann.
Jonathan Edwards (Dreisprung):
Er ist einfach der Klassenprimus in seiner Disziplin, dem Dreisprung. Er
ist derjenige, der sich eigentlich nur selber schlagen kann. Das
offenbarte sich auch nun wieder bei der WM in Edmonton. Mit der
Weltjahresbestweite von 17,92 Metern zeigte der Brite Jonathan Edwards dem
schwedischen Aufsteiger Christian Olsson (17,47 sec) noch seine Grenzen
auf und verliess mit einem weiteren Gold die Titelkämpfe in Kanada.
Marion
Jones (100m):
An dieser Stelle könnte auch der Name Zhanna Pintusevich-Block stehen,
denn immerhin war sie es, die Marion Jones die erste Niederlage über 100
Meter seit langem beibrachte. Aber die dreifache Olympiasiegerin bewies in
Edmonton, dass sie so eine Niederlage sportlich fair wegstecken kann, war
zu den 200 Metern für den Kampf mit ihren Konkurrentinnen bereit und
führte schließlich auch die US-Sprintstaffel zum Titel. Zweimal Gold und
einmal Silber ist die stattliche Ausbeute von Marion Jones in Edmonton.
Das soll ihr erst mal jemand nachmachen!
Nezha
Bidouane (400m Hürden):
Die Marokkanerin, bereits 1997 in Athen Weltmeisterin, hatte von Sevilla
noch eine Rechnung mit der Kubanerin Daimi Pernia offen und sie konnte sie
begleichen. Auf der Zielgerade stürmte Nezha Bidouane in 53,34 Sekunden,
der schnellsten Zeit des Jahres, an den ebenfalls hoch gehandelten Yulia
Nosova (RUS) und Daimi Pernia (CUB) förmlich vorbei und konnte den
zweiten großen Erfolg ihrer Karriere bereits auf der Ehrenrunde mit
Kopftuch und der Landesflagge feiern.
Yanina
Korolchik (Kugelstoßen):
"Sie ist momentan die klare Nummer eins", erkennt die deutsche
Silber-Medaillengewinnerin Nadine Kleinert-Schmitt neidlos an.
Olympiasiegerin Yanina Korolchik erzielte beim Kugelstoßen in Edmonton
mit 20,61 Metern einen neuen Landesrekord und verwies die Deutsche, die
ihrerseits mit 19,86 Metern eine neue persönliche Bestleistung erreichte,
um satte 75 Zentimeter auf den zweiten Platz.
Robert Korzeniowski (50km Gehen):
Es war eine Vorführung des polnischen Nationalhelden. Was er auf der
Langstrecke, eine der härtesten Disziplinen in der Leichtathletik
überhaupt, ablieferte, beeindruckte nicht nur seine lautstarken Fans an
der Strecke und im Stadion, sondern auch seine Konkurrenten. 3:42:08
Stunden waren für das 50 Kilometer Gehen, ganz nebenbei bemerkt,
natürlich auch eine Weltjahresbestleistung. Was der Doppel-Olympiasieger
nun in seiner Karriere geschafft hat, bezeichnete der deutsche Mitstreiter
Mike Trautmann als "einmalig". Korzeniowski ist derjenige, der
den Ton angibt und er ist derjenige, an dem sich die anderen orientieren
müssen. Er wird nun Ende August noch nach Brisbane zu den Goodwill Games
fliegen und es im nächsten Jahr etwas ruhiger angehen lassen. Von seiner
Klasse wird man sich jedoch auch in München bei der EM wieder überzeugen
können, wie er in Edmonton versprach.
Anjanette Kirkland (100m Hürden):
Da wurde die ganze Zeit von dem Duell Jenny Adams gegen Gail Devers
gesprochen und plötzlich war es eine ganz andere, die fast unbemerkt von
Bahn eins aus der Titelverteidigerin ihren Goldplan erfolgreich vermieste.
Die Weltjahresbestzeit von 12,42 Sekunden spricht eine klare Sprache für
die Athletin, die in diesem Jahr nicht nur auf der Bahn ihre Hürden
überwinden musste. Mit einem tollen Start legte Anjanette Kirkland die Basis für ihren
Triumph, der sie nun vorerst zu der Gejagten im Hürdensprint der Frauen
macht.
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