Interview mit Michael Stolle

"Wird schon klappen"

Stabakrobat gönnt sich vor der Qualifikation zwei freie Tage

05.08.2001 (fc) Am Dienstag wird es für die deutschen Stabhochspringer mit der Qualifikation erstmals bei der WM in Edmonton ernst. Ein gewisser Druck auf das leistungsstarke Trio ist bereits spürbar. Mit Michael Stolle hat sich einer aus dem Lager zwei Tage vor der Qualifikation den Fragen der Presse gestellt.

Wie läuft das Training und wie sieht die Wettkampfvorbereitung aus?

Michael Stolle:
Das letzte Training war gut. Ich bin fit und werde jetzt nichts mehr machen. Salopp gesagt bestehen meine zwei Tage bis zur Qualifikation darin, dass ich nur noch zur Massage und zum Essen das Bett verlasse. Ich beschäftige mich jetzt mit anderen Sachen, um meinen Kopf frei zu kriegen. Das ist meine bewährte Strategie.

Wie wichtig ist es, dass drei deutsche Springer teilnehmen?

Michael Stolle:
Drei Springer haben den Vorteil, gebündelt auftreten zu können. Man weiss, man ist nicht alleine. Wir haben gute Chancen vorne dabei zu sein und sind auch alle gesund. Man muss aber erstmal durch den Wettkampf kommen. Im Finale ist alles möglich. Es zeichnet sich im Feld eine große Breite bei 5,80 Metern ab.

Welche Höhen sind im Finale zu erwarten?

Michael Stolle:
Ich gehe davon aus, dass im Finale Leistungen explodieren werden. Markov und Averbukh sind für 5,95 Meter auf alle Fälle gut. Ich denke, man muss für eine Medaille 5,90 Meter springen.

Wie geht man mit dem Druck um, der auf den deutschen Stabhochspringern lastet?

Michael Stolle:
Man hört von allen Seiten davon. Der Druck ist schon da. Deshalb nehme ich mir auch die Auszeit. Damit muss man umgehen können, wenn man um die Medaillen mitspringen will. Entweder es klappt oder es klappt nicht. Aber es wird schon klappen. Ich hoffe, dass ich mit einem Ausreisser dabei bin.

Gibt es schon einen festen Plan für den Wettkampf?

Michael Stolle:
Ich konzentriere mich im Wettkampf von Höhe zu Höhe und reagiere auch auf das, was die anderen machen. Ich versuche, mir möglichst keinen Fahrplan vorher festzulegen. Meine Anfangshöhe könnten die 5,50 Meter sein. Darüber entscheide ich aber erst nach dem Einspringen.


 

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