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Interview mit Michael Möllenbeck
"Stoßgebete
wurden erhört"
Michael Möllenbeck legt nach
WM-Bronze Rücktrittspläne ad acta
09.08.2001
(fc)
Mit Michael Möllenbeck hat ein DLV-Athlet eine Bronzemedaille geholt, den
keiner so richtig auf der Edelmetall-Rechnung hatte. Umso
mehr genoss der Diskuswerfer, dessen Verhältnis zu Weltmeister Lars
Riedel sehr angespannt ist, diesen Erfolg bei der Weltmeisterschaft in
Edmonton. Nach 62,54 Metern in der Qualifikation steigerte er sich im
Finale auf eine neue Bestleistung von 67,61 Meter, was zu Bronze reichte.
Deshalb hatte er seine Rücktrittsgedanken auch erst mal zurückgestellt.
Sie haben die Bronzeweite bereits im ersten Versuch
geworfen. Was ging danach in Ihnen vor?
Michael Möllenbeck:
Nach dem fünften Versuch kam der Russe verdammt nah ran. Aber meine
Stoßgebete, die ich rausgeschickt habe, wurden erhört.
Sie sind erst spät nach Kanada angereist.
Was war der Grund?
Michael Möllenbeck:
Ich bin in einer SAP-Programmiererschule in Recklinghausen und wir
sind in der Prüfungsvorbereitung. Da kann ich eigentlich gar nicht weg.
Aber jetzt hat es sich gelohnt. Ich glaube, durch die Arbeit habe ich auch
den Kopf freier.
Die Weite in der Qualifikation ließ nicht unbedingt auf eine solche
Leistung schließen...
Michael Möllenbeck:
Meine Trainingsergebnisse waren bereits sehr stabil und es wäre die
Höchststrafe gewesen, wenn ich hier in der Quali rausgegangen wäre.
Welche Motivation bringt diese Bronzemedaille nun für Sie mit sich?
Michael Möllenbeck:
Ich wäre kein Hochleistungssportler, wenn mich so was nicht
hochbringen würde für die nächsten Jahre. Vielleicht fahre ich noch
nach Athen. Ich wollte es eigentlich nicht, aber jetzt könnte man fast
darüber nachdenken. Ich wollte allerspätestens nach München, vielleicht
auch schon nach dieser WM aufhören. Aber jetzt mache ich wohl noch ein,
zwei Jahre.
Wie sehen Sie die Chancen Ihrer Frau Anja, die ja auch noch an den Start
gehen wird?
Michael
Möllenbeck:
Ich hätte nichts dagegen, wenn Anja jetzt Zweite werden würde. Aber
ich denke, wenn sie unter die ersten Acht kommt, das wäre schon
super.
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