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Interview mit Marion Jones
"Versucht,
Sieg ins Ziel zu bringen"
Marion Jones nicht traurig
über starke Konkurrenz in den Sprints
11.08.2001
(fc)
Nach ihrer Niederlage auf den 100 Metern gelang es Marion Jones
über die doppelte Strecke, sich
den Weltmeistertitel zu sichern und ihre Konkurrentinnen in Schach zu
halten. Mit der Staffel hat sie nun noch die Chance, eine zweite
Goldmedaille von der WM in Edmonton mit nach Hause zu nehmen.
Wie ordnen Sie Ihren Weltmeistertitel über 200
Meter ein?
Marion Jones:
Mit dem Ende des letzten Jahres waren eine ganze Menge Emotionen
verbunden. Nach diesen ganzen Erfolgen in Sydney wieder auf die Bahn
zurückzukehren, war nicht einfach. Deshalb ist diese WM und auch die
Goldmedaille über 200 Meter etwas Besonderes.
Wie haben Sie ihren Sieg über 200 Meter
erlebt?
Marion Jones:
Die Freude kam erst ein paar Minuten nach dem Zieleinlauf. Ich war vor
dem Rennen voll konzentriert und bereit für das, was auf mich zukommt. Es
war heute ein tolles Publikum, das gekommen ist, um auch das Finale zu
erleben. Auf den letzten Metern des heutigen Rennens wurde ich schon etwas
müde und ich habe nur versucht, den Sieg in das Ziel zu bringen.
Was war der Grund, dass Sie in diesem Jahr den Weitsprung aus ihrem
Programm gestrichen haben?
Marion
Jones:
Ich war mir mit meinem Trainer einig, dass ich einen Bewerb in diesem
Jahr streichen musste. Es waren zu viele Bewerbe, die in Frage kamen. So
haben wir uns gegen den Weitsprung entschieden. Ich wäre natürlich gerne
dabei gewesen, aber ich werde wieder Wettkämpfe bestreiten und hoffe,
dann wieder Weiten deutlich über sieben Meter anbieten zu können.
Wie beurteilen Sie jetzt ein paar Tage später ihre Niederlage über 100
Meter?
Marion
Jones:
Es war schon eine Weile her, seit ich zum letzten Mal ein
100-Meter-Rennen verloren hatte. Es ist also eine neue Erfahrung für
mich. Es waren ganz viele Emotionen, die auf mich einstürmten. Ich wusste
nicht, was ich richtig, was ich falsch gemacht hatte und was jetzt
passiert. Wir haben das Rennen noch nicht genau analysiert. Das werden wir
bis zum Golden-League-Meeting in Zürich sicher nachholen. Ich habe schon
ein paar Ansätze, aber ich bin sicher, mein Coach wird mich für die
Rennen in Zürich, Brüssel und bei den Goodwill Games wieder richtig
einstellen.
Über die 200 Meter wäre es fast noch etwas eng geworden. Wie erklären
Sie sich das im Vergleich zu Ihren oft überlegenen Siegen in den letzten
Jahren?
Marion
Jones:
Ich glaube, viele Leute und die Medien haben sich in den letzten
Jahren einfach zu sehr daran gewöhnt, dass ich immer überlegen gewinne.
1997 war es noch toll, dass ich überhaupt gewonnen habe. Danach war es
plötzlich ein Problem, wenn ich nicht fünf Meter Vorsprung herauslaufen
konnte. Jetzt ist es vielleicht ein wenig eng geworden auf den letzten
Metern und es ist ein Problem. Es ist doch nicht so wichtig, mit wie viel
Vorsprung man gewinnt. Man sollte auch die Leistungen der anderen
Sprinterinnen akzeptieren und ich bin nicht traurig darüber, dass es
spannender geworden ist. Drei Amerikanerinnen waren im Finale über 200
Meter, drei Amerikanerinnen waren im Finale über 100 Meter. Für mich war
es wichtig, zu gewinnen und ich finde es gut, dass das US-Team so stark in
den Sprints ist. Unsere Chancen für die morgige Staffel sind sehr gut.
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