Interview mit Hestrie Cloete

"Habe einige Leute überrascht"

Laufbahn der Südafrikanerin findet in Edmonton ihren Höhepunkt

13.08.2001 (fc) Hestrie Storbeck-Cloete gehört eigentlich noch zu den jüngeren Hochspringerinnen. Trotzdem hat sie schon eine ganze Menge internationale Erfahrung. Bei der WM 1997 gab sie in Athen ihr Debüt als damals jüngste Springerin. Zwei Jahre später in Sevilla scheiterte sie als Favoritin an der Qualifikation. 2000 reichte es in Sydney zu einer Olympiamedaille. Nun holte sie sich das Edelmetall, von dem sie vor vier Jahren schon gesprochen hatte: Gold. Die Südafrikanerin hat in Edmonton mit ihrem Satz über zwei Meter bewiesen, dass es keine Hirngespinste waren, die ihr damals durch den Kopf schossen.

Wie bewerten Sie Ihren Weltmeistertitel von Edmonton?

Hestrie Cloete:
Als ich nach Kanada kam, ging es zunächst um eine Medaille. Jede der guten Springerinnen will Gold. Das ist eine sehr bedeutende Medaille in meiner Karriere. Ich will jetzt bis zu den Olympischen Spielen in Athen 2004 noch weitermachen. Wenn dieser Kreis geschlossen ist, habe ich vor, erst mal eine Babypause einzulegen. Wenn ich mich danach noch gut fühle, werde ich sicher weitermachen. Ich habe jetzt Silber bei Olympia und Gold bei der WM. Ich denke, das kann sich sehen lassen

Sie haben sich in den letzten vier Jahren seit ihrem WM-Debüt in Athen glänzend entwickelt. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Hestrie Cloete:
Alles hat damals in Athen begonnen. Ich war damals der selbe Youngster wie Blanka Vlasic hier in Edmonton. Das war für mich eine Inspiration für die nächsten vier Jahre. Ich bin damals als Juniorin hin gefahren, um in das Finale zu kommen und das hatte ich geschafft. In Sevilla habe ich schon über das Finale nachgedacht, als ich noch gar nicht qualifiziert war. Das war der große Fehler und eine noch größere Enttäuschung. Im letzten Jahr bin ich als Sechste der Welt nach Sydney gefahren und wollte eine Medaille. Es wurde Silber. In diesem Jahr war ich Fünfte in der Weltjahresbestenliste. Niemand hat etwas von mir erwartet, ich konnte mich ganz auf mich konzentrieren. Ich denke, ich habe einige Leute überrascht.

Was haben Sie seit den Olympischen Spielen anders gemacht als vorher?

Hestrie Cloete:
Es gibt im Vergleich zum letzten Jahr keinen Unterschied. Ich habe genauso trainiert. Nach Sydney habe ich zwei Monate pausiert und dann wieder angefangen. Als ich dann in Europa zu den Wettkämpfen war, ging es darum, in Form zu kommen und es hat hervorragend funktioniert. Ich habe mich von 1,94 auf 1,99 Meter gesteigert. Es ist einfach gut gelaufen.

Wie sah ihre unmittelbare Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft aus?

Hestrie Cloete:
Nach dem Wettkampf in London habe ich meinen Coach gebeten, dass ich für acht Tage nach Südafrika zurückkehren kann. Ich war einen Monat in Europa, dann die eine Woche in Südafrika, von dort bin ich direkt am 2. August nach Kanada geflogen. Ich war zunächst müde, konnte mich aber vorher zu Hause entspannen. Ich habe daheim trainiert, meinen Ehemann gesehen, meine Familie, meinen Hund, meine Katze. Ich glaube, das war wirklich gut.

Was ist ihr nächstes großes Ziel? Der Olympiasieg 2004 in Athen?

Hestrie Cloete:
Ich muss mich wiederholen. Es gibt eine Menge Springerinnen, die Gold wollen. Man muss sehen, wer 2004 vorne mitspringt. Eines meiner Ziele für die Zukunft ist sicher, näher an den Weltrekord zu kommen.

Welche Medaille ist mehr wert? Silber in Sydney oder Gold in Edmonton?

Hestrie Cloete:
Das sind zwei verschiedene Dinge. Olympia ist alle vier Jahre und das ist das, worauf jeder hinarbeitet. Die Weltmeisterschaft ist alle zwei Jahre, deshalb würde ich fast sagen, dass beide Medaillen für mich den selben Wert haben. Aber jeder sagt, Gold ist besser als Silber und dem würde ich auch zustimmen.

Welche Wettkämpfe werden Sie jetzt noch bestreiten?

Hestrie Cloete:
Ich werde jetzt bei allen Golden-League-Meetings springen. Dann folgen die Goodwill Games und das Grand-Prix-Finale, bevor es wieder nach Südafrika geht und die Saison beendet ist.

 

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