Interview mit Oliver-Sven Buder

"Nur noch die Zugabe"

Erkälteter Kugelstoßer muss einer Erkältung trotzen

02.08.2001 (fc) Eine der ersten Entscheidungen bei der WM in Edmonton ist das Kugelstoßen der Männer. Mit dabei ist auch der deutsche Routinier Oliver-Sven Buder. Der Ingolstädter kämpft allerdings seit seiner Ankunft in Kanada mit einer Erkältung. Das Leichtathletik-Online-Magazin hat sich mit ihm über seine Vorbereitung und seine Chancen unterhalten.

Sven-Oliver, seit wann bist Du in Kanada und wie ist das WM-Vorbereitungstrainingslager in Calgary verlaufen?

Oliver-Sven Buder:
Ich bin am 25. Juli nach Calgary geflogen und hatte mir dabei eine Erkältung eingehandelt, mit der ich seitdem kämpfe. Jetzt muss ich sehen, wie es machbar ist, damit einen Wettkampf zu bestreiten.

Wie sieht unter diesen Umständen die Zielsetzung für den Wettkampf aus?

Oliver-Sven Buder:
Ich muss jetzt mit dem Arzt noch absprechen, was man machen kann. So in den Wettkampf zu gehen, macht nicht soviel Sinn. Ich werde es versuchen. 20,45 Meter ist als direkte Qualifikationsweite ein großer Pappenstil. Wenn man unter die ersten Zwölf kommen will, muss man zwanzig Meter stossen. Ob das so machbar ist, weiß ich noch nicht.

Du hattest Dich in Deutschland in Kienbaum auf die WM vorbereitet und auch Wettkämpfe in Hamburg und Cuxhaven bestritten. Warst Du mit dieser Vorbereitung zufrieden?

Oliver-Sven Buder:
Es war ganz okay, hätte aber schon noch besser sein können. Ich habe mein Bestes versucht. Ich arbeite jetzt mit meinem Trainer (Anm. Joachim Lipske) erst seit Februar zusammen und es dauert auch etwas, bis man das umsetzen kann, was der Trainer will, und es sich eingespielt hat. Wir haben das Minimalziel, zur WM zu fahren, erreicht. Was jetzt noch kommt, ist für uns alles noch Zugabe. Ich persönlich will sehen, was in der Quali rauskommt und was man dann im Finale noch machen kann.

Setzt Du auch etwas auf Deine Erfahrung, da Qualifikation und Endkampf am selben Tag sind und das seine eigenen Gesetze hat?

Oliver-Sven Buder:
Ich weiss nicht, ob das ein Trumpf ist. Aber es wird sicher wieder ein oder zwei gute Leute geben, die an der Qualifikation scheitern. Ich hoffe, dass ich da nicht dabei bin. Zwei Wettkämpfe an einem Tag kann man nicht so einfach nebenbei machen. Wenn man eine gute Leistung bringen will, muss man sich schon optimal darauf vorbereiten. Mit dieser ungleichen Zeit muss man eben auch zurecht kommen.

Wo glaubst Du, werden die Medaillen vergeben und wen siehst Du in der Favoritenrolle?

Oliver-Sven Buder:
Ich denke, für die Goldmedaille werden weit über 21 Meter nötig sein, wie es bei den letzten Meisterschaften auch war. Die Favoriten sind Adam Nelson, John Godina und Janus Robberts, den man aber mit seinem einen Stoß nur schwer einschätzen kann. Dahinter gibt es einige Leute, die an die 21 Meter heranstoßen können.

Danke für das Gespräch!

 

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