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Weltmeisterschaft in Edmonton

What happened?

Erklärungsversuche der deutschen Stabhochspringer

11.08.01 (fc) Tja, es scheint fast ein Fluch über den deutschen Stabhochspringern zu liegen, wenn es darum geht, bei den Saisonhöhepunkten die Medaillen "einzutüten", wie es DLV-Generalsekretär Frank Hensel vor der WM formulierte. Wie im letzten Jahr war Michael Stolle der beste Deutsche, wie im letzten Jahr sprang er als Vierter um einen Rang an den Medaillen vorbei.

Trotzdem bedeuteten die 5,85 Meter für ihn eine neue deutsche Jahresbestleistung. So unzufrieden brauchte er also gar nicht zu sein, trotzdem war ihm die Enttäuschung, erneut den "Blechplatz" eingenommen zu haben, anzusehen.

Bereits nach der Qualifikation hatte er über die Anlage geschimpft und auch nach dem Finale wurmten Stolle diese Bedingungen noch mächtig: "Die stellen hier eine Matte hin wie bei einer Kreismeisterschaft. So etwas habe ich international seit 1994 noch nie erlebt." Er gestand aber ein, dass es möglich gewesen wäre, sich darauf einzustellen. "Das ist aber schon ein Ärgernis." Bereits in der Ausscheidung hatte es eine Reihe von Fehlversuchen gegeben und auch Michael Stolle musste dort bereits zittern. Im Finale leistete er sich bei der Einstiegshöhe von 5,50 Metern wiederum zwei Fehlversuche, was letztlich bei der Medaillenverteilung den Ausschlag gegen ihn gab. Bundestrainer Leszek Klima maß der ungewöhnlichen Anlage ohne ausreichende Vorkissen durchaus auch eine Bedeutung bei: "Ein Sicherheitsgefühl ist im Unterbewusstsein schon vorhanden."

Plötzliche Anlaufprobleme bei Danny Ecker

Ein ganz anderes Problem hatte der Höhenflieger der Hallensaison Danny Ecker. Bei ihm passte bei 5,85 Metern der Anlauf nicht mehr. "Beim ersten Versuch war noch alles okay, dann stimmte es plötzlich nicht mehr", sagte der Leverkusener enttäuscht, "ich habe keine Erklärung dafür." Am Ende stand nur seine Einstiegshöhe von 5,65 Metern zu Buche, ein doch mäßiges Ergebnis für Ecker, der aber insgesamt versuchte, dem Abschneiden der deutschen Stabakrobaten etwas Postives abzugewinnen: "Man kann es nicht so sehen, dass wir hier enttäuscht haben."

Ein Grund dafür ist der deutsche Meister Richard Spiegelburg, der mit 5,75 Metern eine solide Leistung ablieferte und die zweibeste Höhe seiner Karriere sprang. "Die Medaille war greifbar", ärgerte sich auch der deutsche Meister auch ein wenig. "Ich war sehr aufgeregt, hatte auch ein paar Probleme mit dem Beuger." Sein WM-Fazit fällt aber positiv aus: "Ich bin zufrieden und mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass ich auch bei einer Stress-Situation wie hier hoch springen kann."

Spiegelburg nimmt von der Weltmeisterschaft, bei der er das faire kanadische Publikum lobt, einiges an Erfahrung mit. "Man muss gut vorbereitet sein", stellte er fest, "die Regeln sind noch etwas strikter." Auf das besondere Prozedere wie die Wartezeiten in den Callrooms hatte er sich nach der Qualifikation bereits eingestellt. 

Voller Terminkalender mit Universiade bei Spiegelburg

Nun beabsichtigt er, nach seiner Rückkehr nach Europa zunächst bei den Golden-League-Meetings in Zürich und Brüssel an den Start zu gehen, um am 25. August direkt zur Universiade nach Peking zu fliegen und danach wiederum ein, zwei weitere Starts zum Ende seiner Saison zu absolvieren. Ein stressiges Programm mit einer weiten Reiseroute von Nordamerika über einen Zwischenstopp in Europa nach Asien und zurück in die deutsche Heimat. "Das ist schon eine Menge Stress, aber ich habe die Universiade zugesagt und werde dort wohl auch hinfahren", sagt er.

Derweil wird sich Leszek Klima wohl noch mit der Analyse des Abschneidens bei der WM in Edmonton beschäftigen müssen. "Wir haben hier viel gelernt und ich hoffe jetzt auf das nächste Jahr", sagte er, "das muss man erst mal verarbeiten." Ein paar Stäbe zusätzlich und etwas mehr Techniktraining sind die ersten Erkenntnisse des Trainers, die er aus dem Commonwealth Stadium mit nach Hause nahm. 

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