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Weltmeisterschaft in Edmonton Von Höhepunkt zu Höhepunkt Bei Annika Becker ging es Schlag auf Schlag: Rekord, Silber und WM
Stuttgart, der erste Saisonhöhepunkt "Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen, bei der Pressekonferenz wäre ich beinahe umgekippt", erinnert sich die Bebraerin an ihren glanzvollen Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart, wo sie mit 4,55 Metern einen neuen deutschen Rekord aufstellte und für einen absoluten Höhepunkt der Veranstaltung sorgte. "Der steht so lange, bis ich höher springe", sagt sie selbstbewusst. "Es kann ruckzuck gehen, es kann aber auch lange dauern." Amsterdam, der zweite Saisonhöhepunkt Nach den Deutschen war sie erst mal eine Woche ziemlich erschöpft und brach danach zur U23-Europameisterschaft in Amsterdam auf, von der sie mit einer Silbermedaille zurückkehrte. Dort stand sie schon kurz vor dem vorzeitigen Aus. Bei ihrem dritten Versuch über 4,05 Meter herrschten Bedingungen, die eigentlich ein erfolgreiches Überqueren der Latte unmöglich machten. "Ich dachte, ich sterbe." Sie kam drüber und hat diese prekäre Situation "überlebt", um am Ende mit einem Platz auf dem Treppchen belohnt zu werden. Edmonton, der dritte Saisonhöhepunkt
"Die WM ist schon groß und beeindruckend", stellt Becker fest, ist aber bereits soviel in der Leichtathletik-Welt herumgekommen, dass es für sie nicht mehr viel gibt, was sie wirklich beeindruckt. "Es sind alle super nett, ich wurde auch in der Mannschaft gut aufgenommen." Als lustigen Abend bezeichnet sie die sogenannte Taufe für die Neulinge im Team. Mit Yvonne Buschbaum, Danny Ecker und Michael Stolle hatten sie gleich drei Paten als "Leibeigene", wie man auf ihrer Plakette, die sie mit ihrer Akkreditierung herumträgt, lesen kann. Mittlerweile ist in Edmonton für sie der Alltag eingekehrt. Den vertreibt sie sich mit Spielen, Internet, E-Mailen, Wettkämpfe ankucken und natürlich auch Trainieren. "Hier geht die Zeit ziemlich schnell rum", freut sie sich, dass die Langeweile, die im Trainingscamp in Calgary teilweise festzustellen war, der Vergangenheit angehört.
"Ich bin schon meistens lustig drauf", sagt Annika Becker über sich selbst, auch wenn ihr in Edmonton schon mal die früh am Morgen auftauchende Putzfrau die Laune verdirbt. Ehrgeiz, Lockerheit und Selbstvertrauen sind weitere Attribute, die sie auszeichnen. "Was ich im Training machen muss, mache ich schon", sieht sie aber in ihrem Trainingsfleiß durchaus noch Steigerungsmöglichkeiten in den Bereichen Kraft und Technik. Der Ausblick Zunächst wird Annika Becker nach der Weltmeisterschaft noch ein paar Wettkämpfe bestreiten. Ob es mit dem ISTAF in Berlin klappt, weiß sie noch nicht. Nach der Saison steht mit dem Umzug nach Mainz ein neuer Lebensabschnitt an. Dort wird sie in Zukunft unter Bundestrainer Herbert Czingon trainieren und auch den Verein wechseln. In welchem Trikot sie allerdings in Zukunft starten wird, steht noch nicht endgültig fest. Auch, ob sie Grundschullehramt in Frankfurt oder Gymnasiallehramt in Mainz studiert, ist noch nicht endgültig entschieden. Ihr Blick richtet sich auch schon auf das nächste Jahr. Die EM-Stadt 2002 München kennt sie bereits von einem Trainingslager. "Das Schwierigste wird sein, sich zu qualifizieren", glaubt sie und hofft, dass viele Zuschauer in das Olympiastadion kommen, um die DLV-Athleten anzufeuern. Sie mag es, wenn sie das Publikum mit lautstarken Ovationen zur und über die Latte treibt. Irgendwann als erste Deutsche über fünf Meter... "Das wär schon ein Ding", meint Annika Becker dazu, "aber bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg." Das Leichtathletik-Online-Magazin ist vor Ort und berichtet für Sie direkt aus Edmonton!
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