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In memoriam

"Erfinder" des Dreiphasenabzugs tot

Trierer Hammerwurf-Pionier Ernst Klement verstarb 87-jährig

14.02.02 (ht) Ein Kapitel Leichtathletikgeschichte ist zu Ende: Im Alter von 87 Jahren starb am Fastnachtsdienstag mit Ernst Klement der wohl erfolgreichste deutsche Hammerwurf-Trainer. Klement entdeckte und formte einige der besten deutschen Hammerwerfer wie den Weltmeister von 1997, Heinz Weis, oder Andreas Sahner. Ein Höhepunkt seiner Trainerkarriere war die Weltrekordserie seines Musterschülers Karl-Hans Riehm beim Rehlinger Pfingstsportfest am 19. Mai 1975. 

Beim ersten, dritten und vierten Versuch verbesserte Riehm den bestehenden Weltrekord um sensationelle 1,84  auf 78,50 Meter und blieb bei allen sechs Versuchen über der alten Bestmarke. Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles gewann Riehm Silber. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg mit Einsatz in Afrika und drei Jahren Gefangenschaft in den USA hatte es den am 10. Mai 1914 im heute zu Tschechien gehörenden Slavonice geborene Klement nach Trier verschlagen. Ein unförmiges "Eisenei" im Geräteschuppen des TV Germania Trier (TVG) weckte das Interesse des Studienrats am Trierer Max-Planck-Gymnasium. Dieses "Trierer Ei" inspirierte Klement, über dem komplizierten Bewegungsablauf beim Hammerwerfen zu brüten. Nach Experimenten mit einem Besenstiel in seinem Garten in Konz bei Trier entwickelte er den "Drei-Phasen-Abzug". Mit dieser Technik erzielte Riehm seine Weltrekorde.

Bis zum Herbst letzten Jahres leitete Klement mehrmals wöchentlich das Training der TVG-Hammerwerfer. Er, der Weltmeister und -rekordler, olympische Medaillengewinner und unzählige deutsche Meister trainiert hatte, war sich nie zu schade, auch jungen Leuten mit weniger Talent die komplizierte Technik beizubringen. Klement machte sich schon früh für die Öffnung des Hammerwurfs für Frauen stark.

von Holger Teusch

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