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LBBW-Meeting in Karlsuhe

Mutola klar unter zwei Minuten

Deutsche Athleten starten gut in die Hallensaison - Tim Lobinger siegt

25.01.02 (fc) Mehrere DLV-Athleten gestalteten ihren Auftakt in die Hallensaison beim LBBW-Meeting in Karlsruhe positiv und knackten dabei auch die Norm, die den Weg zur Hallen-EM in Wien ebnet. Tim Lobinger konnte mit 5,70 Metern über den Sieg im Stabhochsprung jubeln. Für eines der Highlights aus dem Kreis der internationalen Gäste sorgte mit einem neuen Meetingrekord von 1:58,97 Minuten die 800-Meter-Olympiasiegerin Maria Mutola.  In starker Verfassung präsentierten sich auch der Brite Colin Jackson über die 60 Meter Hürden in 7,48 Sekunden und der Spanier Antonio Garcia (7:38,58 min) auf den 3000 Metern. Wolfram Müller hielt als Zweiter über diese Strecke den äthiopischen Olympiasieger Million Wolde in Schach.

Bereits im Vorlauf holte sich Hürdensprinterin Kirsten Bolm als Dritte in 8,08 Sekunden ihr Ticket zur Hallen-EM nach Wien. Olympiasiegerin Olga Shishigina (KAZ) steckte bereits dort den Rahmen ab, mit einer Zeit von 7,95 Sekunden blieb sie ebenso wie die weitere Vorlaufsiegerin Lacena Golding (auch 7,95 sec) unter den acht Sekunden. Im Finale hatte Shishigina allerdings einen schwachen Start und musste Golding (7,96 sec) den Sieg überlassen. "Ich habe sehr hart für diese Zeit trainiert", meinte die Jamaikanerin, "ich will mich in diesem Winter aber noch auf eine Zeit von 7,8 Sekunden steigern." Der Brite Colin Jackson, der im Vorlauf bereits mit 7,51 Sekunden glänzte, steigerte sich im Endlauf der Männer auf exzellente 7,48 Sekunden und meldete sich nach einem bescheidenen letzten Jahr nun eindrucksvoll zurück.

Comeback von Andrea Philipp geglückt 

Mit 7,14 Sekunden präsentierte sich über 60 Meter die ukrainische Hallen-Spezialistin Anzhela Kravchenko bereits in guter Verfassung. Mit einem starken Finish verwies sie die US-Amerikanerin Kelli White auf den zweiten Rang. Rückkehrerin Andrea Philipp, die im Vorlauf in 7,29 Sekunden knapp an der Wien-Norm vorbei lief, markierte im Finale als einzige Deutsche 7,35 Sekunden: "Die Anspannung war doch sehr groß. Es ging um das Einrollen für Sonntag zum Heim-Meeting in Dortmund. Ich möchte wieder möglichst bei der deutschen Konkurrenz vorne dabei sein. Bis zu den Deutschen Hallen-Meisterschaften will ich soweit sein." Bei den Männern stellte sich der Kölner Tim Goebel starker Konkurrenz. In 6,51 Sekunden eilte Morne Nagel (RSA) auf und davon. Goebel (6,64 sec) erreichte zwar das Ziel, musste sich im Ziel aber sofort ärztlich behandeln lassen. Da war es wohl nur ein schwacher Trost, dass er exakt die Norm für die Hallen-EM erreicht hatte. Die 200 Meter der Frauen, die die Veranstaltung beschlossen, gestaltete Birgit Rockmeier im B-Lauf erfolgreich. Sie besiegte in 23,30 Sekunden die Slowenin Alenka Bikar und die Nigerianerin Endurance Ojokolu. Kelli White war im vorausgegangenen Rennen in 23.22 Sekunden allerdings einen Tick schneller.

Direkt aus dem Trainingslager in Portugal kam der Pirnaer Wolfram Müller nach Karlsruhe und lobte die Atmosphäre: "Das motiviert sehr." Auf dem Weg zur Hallen-EM nach Wien war der Start über 3000 Meter gegen die starke Konkurrenz ein erster Härtetest. Der Pirnaer reihte sich nach rund vier Minuten hinter Tempomacher Rüdiger Stenzel, dem Spanier Alberto Garcia, der sich wenig später deutlich absetzte, und den beiden Äthiopiern Million Wolde und Abiyote Abate in Lauerposition ein. Auf der vorletzten Runde zog Müller an den beiden Afrikanern vorbei und riss die Fans zu Jubelstürmen hin. 7:38,58 Minuten war die herausragende Siegerzeit von Garcia ("Gold bei der Hallen-EM in Wien ist mein Ziel"), Wolfram Müller wehrte den Angriff des Olympiasiegers Million Wolde ab und kam in EM-Norm-Zeit von 7:47,39 Minuten als glänzender Zweiter ins Ziel: "Ich bin super zufrieden mit dem Rennen. Ich wusste aus dem Training, dass ich unter 7:50 Minuten laufen kann. Ich hoffe, dass ich mich in Richtung 7:40 Minuten steigere. Dann kann ich auch in Wien vorne mitlaufen."

Maria Mutola dominiert die 800 Meter - Tim Lobinger Sieger mit 5,70 Metern

Mehdi Baala (FRA) entschied die 1500 Meter in 3:38,47 Minuten in einem spannenden Duell mit dem Spanier Jose Antonio Redolat für sich. Über 800 Meter stellte sich mit Maria Mutola die amtierende Weltmeisterin und Olympiasiegerin vor. Die Frau aus Mozambique ließ in 1:58,97 Minuten keine Zweifel an ihrem Sieg aufkommen und distanzierte die Magdeburgerin Ivonne Teichmann (2:01,62 min), die als Zweite das Ziel erreichte und sich auch für die Hallen-EM qualifizierte, klar. Im Männerrennen hielt sich der deutsche Freiluftmeister Rene Herms zunächst zurück und trat erst in der Schlussphase in Erscheinung. Der Sieg ging an Glody Dube (BOT) mit 1:47,76 Minuten.

Mit Spannung war der Auftritt von Yuri Borzakovsky über 1000 Meter erwartet worden. Der junge Russe bestimmte zwar das Geschehen, musste sich allerdings bis zur letzen Kurve dem jungen Tschechen Roman Oravec, der mutig mitlief, erwehren. In 2:18,78 Minuten siegte Borzakovsky letztlich allerdings ungefährdet.

Stabhochspringer Tim Lobinger stellte zum ersten Shutdown um die Norm für die Hallen-Europameisterschaft die leistungskräftige nationale Konkurrenz heraus: "Wir sind die derzeit stärkste Stabhochsprungnation der Welt."  Als Sieger unterstrich er mit 5,70 Metern, zugleich Hallen-EM-Norm, diese Ambitionen. "Jetzt kann ich mich ganz auf die Hallen-Meisterschaften in Sindelfingen konzentrieren. Ich bin schon weiter, als ich gehofft hatte. Ich habe heute einen enormen Sprung gemacht. Ich denke, dass ich 5,80 Meter bis zur EM springen kann und will dort wieder den Titel angreifen." Für den deutschen Freiluft-Meister Richard Spiegelburg begann die Hallensaison alles andere als gut. Nach einer Risswunde musste er genäht werden. Aber auch Michael Stolle leistete sich einen "Salto Nullo".

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