Klicken Sie hier!


Feature

Schöne Erinnerungen an München

Ulrike Urbansky schwelgt in Vorfreude auf die EM im Olympiastadion

22.01.02 (ck) Entschlossen der Blick, kraftvoll der Laufstil: Auf dem Plakat zum 7. Bayer-Meeting der Leichtathleten, mit dem man in Leverkusen im August des vergangenen Jahres für die eigene Veranstaltung warb, sah Ulrike Urbansky überzeugend aus. Doch das Foto war lange vorher aufgenommen worden. Ihre Entschlossenheit und Zuversicht hatte die Hürdenläuferin des TSV Bayer 04 zu diesem Zeitpunkt schon längst verloren. 

Nach Wochen und Monaten voller krankheitsbedingter Rückschläge war die 24-Jährige einige Zeit vor dem Bayer-Meeting zu der Einsicht gelangt, dass es besser sein würde, wenn sie die Freiluft-Saison beendet und sich erholt, um fit ins Jahr 2002 zu gehen. Im neuen Jahr angekommen, zeigt sich, dass dies eine gute Entscheidung gewesen ist. Zum Auftakt der Hallensaison holte sie sich vor gut einer Woche in 53,83 Sekunden den Sieg über 400 Meter bei den Nordrhein-Meisterschaften und wirkte zudem gelöst und zuversichtlich. 

Jetzt, im Januar 2002, möchte sie lieber nicht mehr an die zurückliegenden zwölf Monate denken. Ihr erstes Jahr im roten Bayer-Trikot missglückte. "Ich bin froh gewesen, als an Silvester alles vorbei war", sagt sie rückblickend. Im April hatten die Ärzte Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert. Die logische Folge waren sechs Wochen Trainingsrückstand und daraus resultierend Formschwäche. Obwohl sie nach der Krankheit alles probierte, um noch rechtzeitig vor der WM in Edmonton wieder Anschluss an die nationale und internationale Spitze zu gewinnen, blieb ihr der Erfolg verwehrt. Nach einem Testlauf Ende Juli entschloss sie sich deprimiert und enttäuscht zum Abbruch der Saison.

Gemeinsam mit Christian Rhoden WM in Edmonton via TV verfolgt

Eigentlich war nun die Zeit gekommen, um richtig Urlaub zu machen. Doch auch daraus wurde in diesem verkorksen Jahr nichts, denn der Hochspringer Christian Rhoden, mit dem Urbansky liiert ist, musste sich an der Achillessehne operieren lassen. Und so verfolgten die beiden, die zehn Monate vorher gemeinsam bei den Olympischen Spielen gestartet waren, die Leichtathletik-WM aus dem Fernsehsessel heraus. "Das hat mich unheimlich motiviert", erzählt Ulrike Urbansky heute. Diese Motivation nutzend, begann sie bereits Anfang September mit der Vorbereitung auf die Hallensaison, in die sie nun sehr erfolgreich startete. "Mein Ziel ist jede Woche einen Wettkampf zu machen. Fest geplant sind bereits die Starts in Dortmund und Erfurt", sagt die Langsprinterin.

Wegen der fehlenden Hürdenstrecke läuft die Grafikdesign-Studentin unter dem Hallendach 400 Meter flach. Eigentlich kämen für sie auch die 800 Meter in Frage, denn auf dieser Strecke begann Urbansky einst ihre Laufbahn: "Aber ich habe zu meinem Trainer gesagt, ich möchte jetzt erst einmal meine Sprintreserven ausreizen. Die 800 Meter kann ich in einigen Jahren immer noch laufen. Die Strecke liegt mir."

Olympiastadion München: "Da will ich in diesem Jahr wieder hin"

Das Fernziel der Bayer-Sportlerin ist, wie nicht anders zu erwarten, ein Start über 400 Meter Hürden bei der EM in München. Gern denkt die Leverkusenerin an ihren ersten Auftritt in der bayrischen Landeshauptstadt zurück: "Daran habe ich schöne Erinnerungen. 1992 holte ich dort mit der Jugend-Staffel des SV Saar 05 Saarbrücken meine erste Medaille bei einer Meisterschaft. Das war damals so aufregend in dem riesigen Stadion - da will ich in diesem Jahr wieder hin."

Dass ihr das gelingt, daran zweifelt in Leverkusen niemand. Schon im August des vergangenen Jahres, als Urbansky die Saison abgebrochen hatte, schaute Trainer Gerd Osenberg optimistisch nach vorne und meinte: "Wir werden im September mit der Vorbereitung auf die Hallenwettkämpfe beginnen. Das Ziel ist dann, wieder an die Weltspitze anzuknüpfen." Auf dem Weg zurück zu alter Klasse befindet sich Ulrike Urbansky nun. 

von Christian Klaue

Ergebnisse
Ihre Meinung
Noch mehr Berichte


Alle Rechte vorbehalten. Copyright by www.steeple.de