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Saison 2002

Was bringt das Neue Jahr?

Ausblick auf die Leichtathletik-Highlights 2002

Kann Ivonne Teichmann 2002 noch mehr jubeln?03.01.02 (fc) Die deutschen Leichtathleten sind heiß und das hat einen Grund: das Jahr 2002, das gerade erst angebrochen ist, verspricht ihnen mit der Freiluft-Europameisterschaft in München ein absolutes Highlight ihrer Karriere. Nach neun Jahren, als die Weltmeisterschaft im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion alle in ihren Bann zog, haben die DLV-Starter wieder die Möglichkeit, vor dem heimischen Publikum nach bedeutenden internationalen Medaillen zu greifen und müssen damit in den kommenden Monaten auch Verantwortung für die gesamte deutsche Leichtathletik übernehmen. 

Die Aktiven selbst haben schon längst keinen Zweifel daran gelassen, welchen Stellenwert die Veranstaltung hat und dass die EM im eigenen Land für sie einer Weltmeisterschaft gleichzusetzen ist. Damit fehlt es nicht an der nötigen Motivation. DLV-Generalsekretär Frank Hensel gibt bereits Platz zwei in der Nationenwertung als Ziel aus: "Platz eins ist aufgrund der Stärke der Russen nur schwer zu erreichen." Mit sportlichen Top-Leistungen hat es die Nationalmannschaft selbst in der Hand, ihrem Sport wieder mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu bescheren. Die Veranstaltung im Münchner Olympiastadion, das nach dem Willen der Veranstalter mit insgesamt 200.000 Zuschauern an den sechs Tagen gut gefüllt sein soll, bietet der Leichtathletik eine Riesenchance. "Es ist eine große Herausforderung, vor allem junge Leute als Zuschauer für die Sportart zu gewinnen", hat auch Prof. Dr. Helmut Digel als Präsident des Organisationskomitee und ehemaliger DLV-Präsident eine klare Vorstellung. Er baut auf die Stärke der eigenen Athleten: "Es wird eine ganze Reihe von Überraschungssiegern geben, mit denen jetzt vielleicht noch niemand rechnet. Die deutsche Mannschaft wird zeigen, dass sie in Europa jederzeit konkurrenzfähig ist."

Hallen-EM in Wien mit unterschiedlicher Gewichtung

Wieder weite Sätze von Charles Friedek?Vor dem Hintergrund der Europameisterschaft auf deutschem Boden ist man fast versucht, die Hallensaison aus nationaler Sicht zu einem zweitrangigen Ereignis zu degradieren. Obwohl bereits Asse wie Grit Breuer, Ingo Schultz oder Astrid Kumbernuss nur eine sehr eingeschränkte Indoorsaison ankündigten, zählt für andere doch der Start bei der Hallen-EM im Wiener Dusika-Stadion (1. - 3. März) eine ganze Menge. Dreispringer Charles Friedek will nach seiner Verletzungsmisere bereits in der Halle wieder an alte Weiten anschließen und auch sein Leverkusener Vereinskollege Frank Busemann plant über die Zwischenstation in Tallinn (Estland), sich in Österreich im Siebenkampf mit der Konkurrenz um Weltmeister Tomas Dvorak zu messen. Vor allem für die jungen Athleten bietet dieses Event aber gerade die Chance, Erfahrungen zu sammeln, von denen sie vielleicht im Sommer schon profitieren können. Auf dem Weg nach Wien sind vor allem die Deutschen Hallen-Meisterschaften in Sindelfingen (16./17.2.), die eine letzte Qualifikationschance bieten, sowie auf deutschem Boden die Top-Meetings in Dortmund (27.1.) und Stuttgart (3.2.) zu beachten. Weitere interessante Veranstaltungen finden in Karlsruhe (25.1.), Erfurt (1.2.) und Chemnitz (22.2.) statt, während international die Februar-Serie mit den Meetings in Stockholm, Gent, Birmingham und Lievin den Standard festlegt.

Nach der erfolgreichen Ausrichtung im letzten Jahr zieht es die deutschen Crossläufer erneut nach Regensburg in die Oberpfalz, wenn sie auf dem dortigen Uni-Gelände am 9. März ihre neuen Titelträger auf der anspruchsvollen Strecke ermitteln werden. Die großen Marathonläufe im April, darunter auch die Veranstaltung in Hamburg, läuten die Freiluftsaison ein. Schon jetzt wirft der London-Marathon mit den Debüts von Paula Radcliffe und Haile Gebreselassie große Schatten voraus und verspricht, mit etwas Glück ein Langstreckenfeuerwerk zu werden.

Nach den Meisterschaften in Wattenscheid folgt die heiße Phase der EM-Vorbereitung

Ratingen zählt für die MehrkämpferIm Mai ist Dessau gleich Schauplatz zweier Veranstaltungen. Zunächst wird dort am 11. Mai um die 10.000-Meter-Titel gelaufen, ehe achtzehn Tage später das internationale Meeting für weitere erste Richtwerte sorgt, nachdem die Serie der German Meetings bereits mit Rehlingen und Jena ihren Auftakt fand. Schlag auf Schlag geht es im Juni mit den wichtigen Qualifikationsterminen DLV-Meeting in Dortmund (8.6.) und Europacup im französischen Annecy (22./23.6.), während sich die Mehrkämpfer in Ratingen (15./16.6.) den EM-Normen stellen. Nach den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid (5. bis 7. Juli) rückt die EM-Vorbereitung, die für das voraussichtlich rund 100 Athleten starke DLV-Team Ende Juli in Erding ihren heißen Abschluss findet, bereits in den Mittelpunkt. Vom 6. bis zum 11. August zählt es schließlich in der bayerischen Landeshauptstadt und man darf bereits gespannt sein, wer an der Isar jubelnd die Arme nach oben reißen darf und die Chance am Schopf packt.

Mit neuen und altbekannten Medaillengewinnern von München geht es schließlich in die letzte Phase der Bahnsaison, die diesmal mit dem ISTAF in Berlin (6.9.), dem Grand-Prix-Finale in Paris (14.9.) und dem Weltcup in Madrid (20./21.9.) eine gehörige Portion Leichtathletik zum Ausklang verspricht. Der Berlin-Marathon, zugleich in diesem Jahr Deutsche Marathon-Meisterschaft, wird am 29. September wieder die deutschen Langstreckler in ihrem Bann ziehen, bevor die ruhigeren Wochen ins Land ziehen.

Nachwuchs muss in Jamaika bei der U20-WM zur Bewährungsprobe ran

Katchi Habel - das SprinttalentFür den deutschen Nachwuchs bildet 2002 die U20-Weltmeisterschaft in Kingston (Jamaika) den absoluten Höhepunkt. Vom 16. bis zum 21. Juli geht es dort wieder auf Talenteschau und für viele junge Gesichter um eine Bewährungsprobe auf der Suche nach dem eigenen Wegweiser für die sportliche Zukunft.

Mehr als nur ein Fingerzeig wird das EM-Jahr 2002 nicht nur für die Youngsters, sondern für die gesamte deutsche Leichtathletik werden. Die Europameisterschaft im eigenen Land kann einerseits den Stellenwert erhöhen und andererseits auch eine neue Begeisterung für die olympischste aller Sportarten wecken. Um das zu verwirklichen, arbeiten nicht nur die Athleten bereits jetzt eifrig auf dieses große Ziel hin, sondern es wurde auch im Deutschen Leichtathletik-Verband und durch das Münchner Organisationskomitee einiges auf den Weg gebracht. Denn bereits frühzeitig muss das gesät werden, was man später ernten möchte.

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