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Saison 2002

Nils Schumann: Zurück in die Zukunft

Thüringer Olympiasieger plant mehrere Hallenstarts

Nils Schumann13.12.01 (fc) Zurück in die Zukunft könnte das Motto von Nils Schumann lauten. Im EM-Jahr 2002 ist wieder alles so wie es auch vor seinem größten Erfolg, dem Olympiasieg in Sydney, war. Vergessen die Differenzen mit seinem Trainer Dieter Hermann, Vergangenheit die Zeit bei der LG Nike Berlin. "Ich möchte keine schmutzige Wäsche waschen", sagt der Thüringer, der wieder zum SV Creaton Großengottern zurückkehrt, "aber leider haben sich meine Erwartungen in Berlin nicht ganz erfüllt." Nun plant er bereits seine Hallenstarts.

Der Marktwert in seiner Heimat scheint ungebrochen zu sein. Nicht nur, was das rein Sportliche betrifft. In dieser Woche unterzeichnete er einen mit 100.000 Mark jährlich dotierten Vertrag mit dem Ministerium seines Bundeslandes und tritt damit in die Fußstapfen der Eisschnelläuferin Gunda Niemann-Stirnemann. Thüringer Wurst- und Agrarprodukte werden künftig von dem 800-Meter-As angepriesen.

2002 ist wieder alles so wie vor zwei Jahren. Seinerzeit holte sich Nils Schumann bei der Hallen-EM in Gent die Silbermedaille hinter dem damaligen Newcomer Yuri Borzakovsky. Auch bei der Neuauflage der Titelkämpfe im kommenden März in Wien will der deutsche Olympiasieger wieder dabei sein und wird dort voraussichtlich auf Weltrekordhalter Wilson Kipketer (DAN) und Weltmeister Andre Bucher (SUI) treffen. In Karlsruhe möchte Schumann am 25. Januar über 1500 Meter in die Hallensaison starten, danach hat er weitere Auftritte in Dortmund, Stuttgart, Erfurt und Stockholm ins Auge gefasst. Auch die Deutschen Hallen-Meisterschaften in Sindelfingen Mitte Februar sind ein Fixtermin auf dem Weg nach Österreich.

"Ich möchte im Winter meine Leistung ausprägen", sagt Nils Schumann, der Rennerfahrung sammeln und die Indoor-Atmosphäre genießen will. Der Saisonhöhepunkt des Sommers steht mit der Europameisterschaft in München, für die er auch als EM-Botschafter fungiert, bereits wie ein Fels in der Brandung und wirft mit seiner nationalen Bedeutung seine Schatten voraus. Daneben wird man den 23jährigen voraussichtlich auch wieder in der Golden League erleben, bei der er in diesem Jahr überwiegend nur Erfahrungen sammelte und das Jubeln anderen überlassen musste. 

"Wenn alles funktioniert, erwarte ich wieder Spitzenleistungen", gibt sich Schumann allerdings optimistisch, dass er bei einer optimalen Vorbereitung wieder ganz vorne mitmischen kann. Immerhin ist er in München auch Titelverteidiger. Trotzdem tritt er auf die Euphoriebremse: "Vor zu optimistischen Prognosen scheue ich mich momentan noch." Schließlich ist erst Dezember und es fehlt trotz bereits zwei absolvierter Trainingslager in Mallorca und Südafrika noch die gewisse Sicherheit, von der er sich aber bereits im Januar und Februar unter Dach eine gehörige Portion zurückholen kann. Zurück in die Zukunft eben!

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