Klicken Sie hier!


München-Marathon

Favorit Naumov behält die Oberhand

Weigl und Kopp wollen auf den bisherigen Erfolgen weiter aufbauen

Medien-Marathon München14.10.01 (fc) Organisationsleiter Gernot Weigl war nach der Neuauflage glücklich darüber, den zweiten Medien-Marathon in München erfolgreich über die Bühne gebracht zu haben. In der Spitze stand der Lauf im Zeichen des Ukrainers Andrej Naumov und des Kenianers Philip Kemei, die sich bis Kilometer 38 ein spannendes Duell lieferten, das schließlich der Osteuropäer in 2:13:56 Stunden für sich entschied.

Dabei hatte sich zwischenzeitlich sogar bei Naumov die Angst eingeschlichen, nachdem sich der Afrikaner um ein paar Meter lösen konnte. Mit der Parole "Kämpfen und Gewinnen" war er in der Lage, die Lücke wieder zu schließen und sich seinerseits in der Schlussphase abzusetzen. Dabei ließ er sich auch von Blasen an den Füßen, die von Marathonarzt Dr. Buchhorn bei allen drei Erstplatzierten festgestellt wurden, nicht bremsen.

So musste sich Philip Kemei, der seine persönliche Marathon-Bestzeit auf 2:14:41 Stunden steigerte, mit dem zweiten Platz begnügen. "Ich habe noch wenig Erfahrung", berichtete der Kenianer, "ein Marathon ist aber nicht mit anderen Rennen zu vergleichen." Ihn plagten zusätzlich noch Sehnenprobleme, die bereits am Samstag behandelt werden mussten.

Nach dem Führungsduo kam lange nichts. Erst bei 2:28:38 Stunden erreichte der Ultraläufer Mohammad Ahansal das Ziel und erkannte: "Ein Marathon auf der Straße ist sehr schwierig für mich." Bereits frühzeitig verlor der Marokkaner den Anschluss an die beiden Favoriten und war nach dem für ihn harten Marathon mit der Zeit nicht zufrieden: "Wenn ich mich drei Monate gezielt auf einen Marathon vorbereite, kann ich bestimmt schneller laufen."

Triathlet Roland Knoll als bester Deutscher Vierter

Der beste Deutsche war mit dem Ingolstädter Roland Knoll, der sein Marathon-Debüt gab, ein Triathlet. "Ich bin überrascht, dass ich am Ende Vierter war", meinte er angesichts der Zeit von 2:31:08 Stunden. Der 1,97 Meter große Hüne konzentrierte sich aus Erfahrung vor allem auf seine Herzfrequenz und stellte bei Kilometer 30 fest, dass der Puls plötzlich wegging. "Ich bin froh, dass ich mich noch bewegen kann", sagte Knoll, der dem Medien-Marathon zutraut, sich in die vier nationalen Top-Laufveranstaltung vorzuarbeiten: "München hat das Zeug, ein großer Marathon zu werden."

Fünf Marathons im Jahresverlauf und eine beschwerliche Anreise aus Moldawien steckten Valentina Delion in den Knochen. Trotzdem hatte sie keine Mühe ihren Erfolg von Regensburg im Mai zu wiederholen. Diesmal genügte eine Zeit von 2:43:40 Stunden zum ersten Platz und 2.500 Mark Preisgeld. Die Berlinerin Dr. Anette Wolfrom erreichte als zweite Frau das Ziel. Ihre Zeit von 2:49:39 Stunden ärgerte sie sich allerdings etwas: "Ich hatte mir etwas anderes vorgestellt." Bis zur Halbmarathonmarke fühlte sie sich noch gut, bis sich Probleme einstellten, die sie auf Fehler in der Ernährung im Rahmen ihrer Vorbereitung zurückführte. "Ich war noch nie so fertig nach einem Marathon", gestand sie nach dem Lauf.

Christoph Kopp: "Strecke hat es verdient, auf sie aufzubauen"

"Renntaktiker" Christoph Kopp hatte vor dem Start an die Vernunft der Spitzenathleten appelliert und sie zur Zusammenarbeit aufgefordert. "Die Vorgabe wurde eingehalten und wir haben unser Ziel erreicht", lobte er seine beiden Spitzenläufer Naumov und Kemei für ihre Disziplin. Er sieht auch in der im Vergleich zum Vorjahr veränderten und nun größtenteils schattigen Strecke positive Signale. "Sie hat es verdient, dass man auf sie aufbaut", ist sich der erfahrene Marathonmanager sicher. Dem stimmt auch Gernot Weigl zu. Für ihn war allerdings in diesem Jahr die politische Lage seit dem 11. September ein Rückschlag in seinen Bemühungen, was sich zusätzlich zum stark reduzierten Etat noch negativ auswirkte. Um die Sicherheit der Aktiven zu garantieren, wurde die Anzahl der Einsatzkräfte auf 260 aufgestockt.

Nicht zu übersehen war auch diesmal auf dem neuen Gelände im Olympiapark, dass den Veranstaltern das Drumherum sehr wichtig ist und man auch den Breitensportlern einen attraktiven Marathon anbieten und darauf aufbauen will. "Es ist bedeutend, dass die Veranstaltung in einem guten Rahmen stattfindet", nimmt Gernot Weigl für die Zukunft als wichtige Erkenntnis mit. Auch wenn durchaus an der Strecke Zuschauer zu finden waren, so würde eine bessere Akzeptanz bei den Münchnern sicher dem Laufevent an der Isar eine zusätzliche Aufwertung bescheren und dann vielleicht auch ermöglichen, dass der Wunsch von Roland Knoll in Erfüllung geht. In diesem Jahr waren letztlich 5312 Läufer am Start, nachdem sich vorher fast 6200 angemeldet hatten. Als Ziel hat sich Weigl eine Teilnehmerzahl von 7500 gesetzt und daran wird man in der bayerischen Landeshauptstadt auch aufgrund der starken Konkurrenz in der deutschlandweiten Marathonszene mit der unverkennbar positiven Energie weiter hart arbeiten müssen.

Ergebnisse
Ihre Meinung
Noch mehr Berichte


Alle Rechte vorbehalten. Copyright by www.steeple.de