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LG Olympia Dortmund

Die Vereinskrise geht weiter

Nach Quelle Fürth/München auch Dortmunder Großverein betroffen

20.09.01 (fc) Die Nachricht schlug fast ein wie eine Bombe. Der Rückzug der Sponsoren Comline und Ecofis treibt den westfälischen Leichtathletik-Verein LG Olympia Dortmund an den Rand zur Insolvenz. Dort stehen eine ganze Reihe deutscher Spitzenathleten wie Ingo Schultz, Birgit und Gaby Rockmeier, Sina Schielke, Lars Figura und Andrea Philipp unter Vertrag. Damit ist der LAC Quelle Fürth/München (wir berichteten ausführlich), der in diesen Tagen darum kämpft, die Krise wieder in den Griff zu bekommen und den Weg zurück zur Ehrenamtlichkeit beschreitet, kein Einzelbeispiel für die wirtschaftliche Krise der deutschen Leichtathletik mehr.

Durch den Ausstieg der beiden Sponsoren ergibt sich eine mächtige Lücke von rund 350.000 Mark, die sich erst in den letzten Wochen heraus kristallisierte. Damit ist die Führungsetage um Präsident René Scheer in eine schwierige Situation geraten. Man versucht nun, Verträge mit Topathleten im Einvernehmen aufzulösen. Ähnlich wie in Fürth/München wurde den Aktiven freigestellt, sich einen neuen Verein zu suchen. Dies betrifft in erster Linie die namhaften 400-Meter-Läufer, die von Vize-Weltmeister Ingo Schultz und dem nationalen Titelträger Lars Figura angeführt werden und alle einen längerfristigen Vertrag haben. Auch die Förderung von Athleten ohne internationale Ambitionen wird eingestellt.

Was bleibt und worauf man noch zu setzen versucht, ist die ebenfalls hochkarätig besetzte Garde der Sprinterinnen. Mit Sina Schielke, Andrea Philipp, Katchi Habel, Birgit und Gaby Rockmeier stehen fünf der schnellsten DLV-Athletinnen auf den Kurzstrecken in Dortmund unter Vertrag. Die Stadt Dortmund, die die Leichtathletik auch als Werbesymbol nutzte, und das "rote S" der Stadtsparkasse sollen die Existenz des Vereins nun retten, wenn es nach dem Willen der Verantwortlichen geht. Daran klammern sich die Hoffnungen und so will die LG Olympia Dortmund im Leistungssport präsent bleiben.

Dass es damit den erfolgreichsten deutschen Leichtathletik-Verein des WM-Jahres wirtschaftlich in ein dunkles Loch reisst, ist ein herber Schlag für die gesamte Sportart. Die Dortmunder Planungen bis zur insgesamt wichtigen Europameisterschaft im nächsten Jahr in München sind über den Haufen geworfen, die LGO steht ohne Trikotsponsor und ohne vernünftige wirtschaftliche Grundlage da. Umso erschreckender ist die Situation, nachdem das Wort Insolvenz bereits in den Mund genommen wird. Das vor allem für die Fälle, dass bis 2002 gebundene Athleten auf ihre Verträge bestehen oder gar keine neuen Gelder mobilisiert werden können. 

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