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Tübinger Stadtlauf

Ein Lauf für die ganze Stadt

Wolfram Müller trifft auf schnellen Straßenläufer Laban Chege

12.09.01 (ewa) Sport, Markt und eine reizvolle Kulisse – seit Jahren zählt der Tübinger Stadtlauf zu einem der populärsten Cityläufe in Deutschland. Auch in diesem Jahr hat der wohl einzige Stadtlauf mit einem Tunnel Beachtliches in Breite und Spitze aufzuweisen. 

Weil das Starterkontingent aus Sicherheitsaspekten beschränkt ist, gab es schon sechs Wochen vor dem Start keine Startplätze mehr. Bei den Frauen trifft Petra Wassiluk (Frankfurt, Siegerin 1998) auf kenianische Weltklasseläuferinnen, darunter die zweimalige Frankfurt-Marathon-Siegerin Edith Barmasai. Bei den Männern kommt es zum Duell der Straßenlaufexperten Tendai Chimusasa (Simbabwe) und Laban Chege (Kenia), in das vielleicht auch Wolfram Müller (Pirna) in seinem letzten Saisonrennen eingreifen könnte.  

„Ich bin noch nirgends so gefeiert worden wie hier in Tübingen,“ strahlte Irina Mikitenko, WM-Vierte und Olympia-Fünfte von Sydney nach ihrem Sieg 1999. Aufgrund ihrer Achillessehnenprobleme musste Mikitenko ihre Startzusage zurückziehen. 30.000 Zuschauer säumten in der Vergangenheit regelmäßig die Laufstrecke durch die historische Altstadt und die Stände des umbrisch-provenzalischen Marktes. „Tübingen läuft, Tübingen feiert“ heißt das Motto des größten Sportereignisses der Region Reutlingen/Tübingen.  

Attraktiv für Breite und Spitze 

Bei Spitzen- und Breitensportler gleichermaßen beliebt, werden die Läuferinnen und Läufer vom Publikum durch die engen Gassen der Altstadt mit viel Applaus getrieben. Stadtlauf ist hier Sportfest pur! Wie begehrt das Laufereignis ist, zeigt der Kampf um die Startplätze. Doch die Organisatoren des Tübinger Stadtlaufs behalten ihre klare Linie bei. Qualität statt auf Quantität heißt die Devise. Die Attraktivität des Tübinger Kult-Ereignisses ist so groß, dass locker eine Verdoppelung der Teilnehmerzahlen möglich wäre.

Chege, als „Tübinger Kenianer“ bereits zweimal erfolgreich, und der nach seinem dritten Sieg als „Magic man“ gefeierte Chimusasa, die sich in der letzten Woche in Düsseldorf ein packendes Duell geliefert haben, befinden sich in der Vorbereitung auf den Köln-Marathon (7.10). Mit Kipkirui Misoi (Kenia) ist der siebtbeste Hindernisläufer aller Zeiten (8:01,86 min) erstmals auf der Straße am Start. Für den Deutschen 1500-Meter-Meister Wolfram Müller (Pirna), der in Tübingen „Familien-Urlaub“ macht, ist das 7,5-Kilometer-Rennen der Saisonabschluss. „Vielleicht kann ich die Afrikaner ein bisschen ärgern,“ zeigt sich der vielseitige 1500-Meter-Meister in Laune. 

„Man vergisst hier bei der Begeisterung der Zuschauer fast zu atmen,“ war Luminita Zaituc im Vorjahr begeistert. Sie kämpft nach wie vor mit Rückenproblemen und wird deshalb in diesem Jahr voraussichtlich nicht starten können. Diese Nachricht erreichte die Veranstalter erst Anfang dieser Woche. Die zweifache Frankfurt-Marathon-Siegerin Esther Barmasai testet sechs Wochen vor ihrem Versuch, das Triple in „Mainhattan“ (28.10.) zu schaffen, ebenso die Form wie  Lina Cheruiyot, die Zweite des Amsterdam-Marathons. 

Sozialsponsoring: „Frauen helfen Frauen“ 

Und noch einen Sieger gibt es alljährlich, der nicht mit Laufschuhen unterwegs war. Seit vier Jahren gibt es auf Anregung von Dieter Baumann ein „Sozialsponsoring“. Eine soziale Einrichtung in Tübingen sitzt im Stadtlaufboot. Insgesamt 50.000 Mark wurden schon in den vergangenen Jahren für die Aids-Hilfe, die Präventive Jugendhilfe und Lebenshilfe über den Sport eingespielt. 2001 profitiert der Verein „Frauen helfen Frauen". Er betreut im autonomen Frauenhaus Frauen und Kinder, die aus Gewaltsituationen in Familien ausgebrochen sind.

von Ewald Walker

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