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Stabhochspringen am Potsdamer Platz

"Windshow" am Potsdamer Platz

Kritische Hamackova und Buschbaum trotzdem überzeugend

Pavla Hamackova27.08.01 (fc) Nach einem radikalen kurzzeitigen Wetterumschwung begrüßte Wind und Wetter die sechs Stabakrobatinnen, die sich im Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin bei einem Showspringen unter der dortigen Kuppel, die zumindest weite Teile des Regens abhielt, präsentieren wollten. Das veranlasste die immer noch mit Rückenproblemen kämpfende Nicole Humbert zu einem Verzicht: "Ich habe mich nicht wohlgefühlt, ich hatte Angst zu springen." Damit blieben mit Pavla Hamackova (CZE), Thorey Edda Elisdottir (ISL) und den Deutschen Yvonne Buschbaum, Annika Becker und Christine Adams fünf Athletinnen, die sich der schwierigen Aufgabe stellten. 

Schwierig vor allem deshalb, weil trotz des Abebbens des Regens zwischen den Gebäuden, die den Veranstaltungsort umgaben,  teils heftige Winde für unberechenbare Sprungverhältnisse sorgten.

So verwunderte es zunächst auch nicht weiter, dass die deutsche Rekordhalterin Annika Becker bereits bei 4,00 Metern ausschied. Für Christine Adams waren 4,20 Meter als nächste Höhe zu hoch. "Der Wind hat ziemlich gestört. Es fehlte heute das Quäntchen", meinte die Leverkusenerin nachher.

Damit war Yvonne Buschbaum die einzige Deutsche, die es noch mit den beiden ausländischen Springerinnen aufnahm. Als die Latte auf 4,40 Meter gelegt wurde, war dies für die Isländerin Elisdottir die Endstation. "Das war ein guter Warm-Up für den Freitag", meinte sie durchaus zufrieden. Sie will sich nun drei Tage schonen und am Freitag beim ISTAF höher springen.

Das gelang am Potsdamer Platz, dem wahrscheinlich teuersten Platz der Welt, der Hallen-Weltmeisterin Pavla Hamackova und der Stuttgarterin Yvonne Buschbaum, die zwar oft mit dem Wind haderte, aber auch ihren Spaß dabei hatte. Für beide standen am Ende für diese widrigen Bedingungen gute 4,40 Meter zu Buche. "Ohne den Wind hätten wir noch höher Springen können", spekulierte Buschbaum, die in ihrer Technik noch Potenzial sieht.

Kritische Worte von Siegerin Pavla Hamackova: "Dragila ist nicht alles"

Etwas enttäuscht war die Siegerin Pavla Hamackova über den Stellenwert des Frauen-Stabhochsprungs beim Golden-League-Meeting in Berlin, der dort im offiziellen Programm lange auf der Kippe stand. "Stacy Dragila ist nicht alles. Ich finde es schade, dass die Leute hier denken, dass ohne sie unsere Disziplin nichts wert ist", kritisierte sie im Anschluss an das Showspringen. Man sollte ihrer Ansicht nach auch die Qualität der deutschen Springerinnen nicht vergessen: "Die Deutschen gehören zu den Spitzenspringerinnen in Europa."

Die Hallen-Weltmeisterin, die nicht sehr oft an derartigen Springen auf einer extra errichteten Anlage teilnimmt, hatte eine Menge Spaß am Sony Center und nutzte das Springen für eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. Sie will nun aber ihre Chance am Freitag im Berliner Olympiastadion beim Schopf packen und sich für das Grand-Prix-Finale qualifizieren.

Ergebnisse:
1. Hamackova (4,40 m), 2. Buschbaum (4,40 m), 3. Elisdottir (4,20 m),
4. Adams (4,00 m), Becker (NH)

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